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Schloss-Bad: Vorgezogener Eröffnungstermin scheitert an Dreiecken
„Da fliegt dir doch das Blech wech ..!“

Schloss-Bad: Vorgezogener Eröffnungstermin scheitert an Dreiecken: „Da fliegt dir doch das Blech wech ..!“
Die Fassade gilt als Gefährdung für potenzielle Badegäste. Deshalb muss sie vor einer Eröffnung erst demontiert werden. Parallel droht ein Gerichtsverfahren. FOTO: Foto: -jul
Grevenbroich. Es sollten Dreiecke sein. Die geben einer Außenfassade nämlich eine dreidimensionale Wirkung. Und die waren mit den Denkmalpflegern des "Alten Schlosses" abgesprochen. Allerdings sind sie in der deutschen Baukultur auch die absolute Ausnahme. Die Folge: Statiker haben Zweifel, dass sie am neuen Schloss-Bad sicher montiert wurden. Sie befürchten, dass die Bleche fliegen gehen und die Badegäste gefährden könnten. Von Gerhard Müller

Folgen sind nun ein Rechtsstreit und die Tatsache, dass der vorgezogene Eröffnungstermin zu den Osterferien nicht gehalten werden kann.

Aufgefallen ist das alles, weil die schon montierten Dreiecksbleche nicht sauber aufeinander zu liefen. Der "Versatz" rief Sachverständige auf den Plan. Die bekamen Zweifel an der ordnungsgemäßen Verarbeitung des Untergrundes und der Bleche.

Dem ausführenden Unternehmen aus Naumburg an der Saale wurde gekündigt. Parallel wurde ein Anwaltsbüro eingeschaltet, dass ein Beweissicherungsverfahren in Gang setzte. Per Gericht wird nun ein Gutachter bestellt. Sollte der zum gleichen Ergebnis kommen, muss die Fassade wieder demontiert werden.

Vor Gericht müssen dann auch Fragen der Kosten und des Schadensersatzes geklärt werden. "Wir kennen Verfahren, die dauern zehn Jahre", seufzt Bauherr und GWG-Chef Willi Peitz, der von mindestens ein, zwei Jahren Verfahrensdauer ausgeht. So lange soll allerdings nicht auf die Eröffnung des Bades gewartet werden: "Wir wollen auf keinen Fall in Kauf nehmen, dass Badegäste zu Schaden kommen können", macht Bürgermeister Klaus Krützen deutlich.

Deshalb soll der Badebetrieb erst nach der Demontage der falsch angebrachten Dreiecke erfolgen. Bei Stadt und GWG geht man davon aus, dass zu den Sommerferien (also zum ursprünglich geplanten Termin) geöffnet werden kann. Ohne Fassade und davon abhängend ohne komplett gestalteten Außenbereich hinter dem Bad. Hier sollen noch im März endgültige Beschlüsse gefasst werden

Die Fassade muss so oder so neu ausgeschrieben werden. Europaweit und an Handwerker, die auch in Dreiecken können.

Gerhard Müller

(Kurier-Verlag)