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Erasmus-Abiturient Claus Räfle schafft es in die Kinos der ganzen Welt
„Menschen in Not zu helfen, ist etwas ganz Wertvolles. Es macht uns schön!“

Erasmus-Abiturient Claus Räfle schafft es in die Kinos der ganzen Welt: „Menschen in Not zu helfen, ist etwas ganz Wertvolles. Es macht uns schön!“
Wevelinghoven/Berlin. Dieser Kinostart sorgt für Aufmerksamkeit: Es geht um Berliner Juden, die sich in der Nazi-Zeit der Deportation widersetzt haben. Und schon jetzt steht fest, dass er in den Kinos rund um die Welt gezeigt wird. In Israel und in den USA. In China und in Brasilien. Macher ist Claus Räfle, der seine Jugend in Wevelinghoven verbracht und 1980 sein Abitur am heutigen Erasmus-Gymnasium gebaut hat. Von Gerhard Müller

Mit seinen Eltern kam er als 15-Jähriger in die Gartenstadt. Er kann sich noch gut an das damalige "Kreis-Gymnasium" und die benachbarte "Hansa-Stube" erinnern. Er war unter anderem Schülersprecher und hält zu seinen besten Jugendfreunden noch immer Kontakt.

Inzwischen hat ihn sein Lebensweg nach Berlin geführt. Und dieser Lebensweg war relativ konsequent: Durch ein Praktikum in einer Düsseldorfer Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft kam er nach Köln und "ins Geschäft". Seit 1989 macht er Doku-Filme fürs TV. In den 90er Jahren bekam er für "Die Heftmacher" einen Grimme-Preis in Silber. Im Jahre 2001 kam sein erster Spielfilm in die Kinos: "Der Kandidat" mit Peter Bond als potenzieller Bundeskanzler sorgt für Aufsehen. Große Teile dieses Filmes wurden während des Wahlkampfes 1998 "getarnt" gedreht.

Jetzt kann Claus Räfle sich über einen "richtigen Quantensprung" freuen. Und er gibt zu, dass das "alles sehr aufregend" ist. Da ist es gut, dass sein erster großer Spielfilm gut ankommt. Das Medien-Interesse ist enorm (mit dem Erft-Kurier sprach er am Rande von Aufnahmen für eine "Titel Thesen Temperamente"-Reportage) und wie gesagt wird er weltweit gebucht.

"Der Film geht unter die Haut. Es wird gezeigt, dass man in finsterer Zeit einander helfen soll", betont Räfle. Vor zehn Jahren begann er mit der Recherche; dann mussten die Fernsehanstalten und Förderstellen überzeugt werden. Im Mai 2016 begannen die Dreharbeiten; jetzt wird der Film der Presse und auf Festivals präsentiert. Kino-Start ist dann am 26. Oktober.

"Die Unsichtbaren" ist ein außergewöhnliches Drama, dessen Drehbuch auf Interviews basiert, die Regisseur Claus Räfle und Ko-Autorin Alejandra López mit Zeitzeugen geführthaben: Während des Zweiten Weltkriegs gelingt es einigen jungen Juden, in der Anonymität Berlins unsichtbar zu werden. Oft sind es pures Glück und ihre jugendliche Unbekümmertheit, die sie vor dem gefürchteten Zugriff der Gestapo bewahrt. Mitunter werden sie auch von ihren christlichen Nachbarn versteckt.

"Der Film ist hoch aktuell. Menschlichkeit zu zeigen, Menschen in Not zu helfen, ist etwas ganz Wertvolles. Es macht uns schön und einzigartig", ist Räfle überzeugt, der weiß, dass er mit seinem Film eine "gesellschaftspolitisch sensible Stelle berührt". Und so ist es kein Wunder, dass der Film auf großes Interesse trifft.

-gpm.

(Kurier-Verlag)