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„ Wir müssen mehr Humor wagen!“ Im „Kultur-Café“: Fünf Neue und Schmickler

Eckum. „Für 2019 stand das Programm bereits fest, als uns auf eine Anfrage aus vergangenen Monaten ein Angebot ereilte, was wir unbedingt annehmen wollten. Daraus ist ein Sonderprogramm geworden“, freut Walter Grubert vom „Kultur-Café“ der evangelischen Kirchengemeinde Rommerskirchen. Von Gerhard Müller

Beginn ist am 8. März mit Kabarettist Matthias Tretter und seinem Programm „Pop“. Was mit Casting-Shows begann, erreicht in Donald Trump nun endlich seinen sturmfrisierten Höhepunkt: das Zeitalter des Amateurs, so jedenfalls seine Behauptung.

Am 10. Mai ist Michael Frowin das erste Mal Gast im Kulturcafé mit seinem Programm: „Der Kanzler-Chauffeur“. Auch in seinem dritten Soloprogramm als Merkels Fahrer umklammert er das Lenkrad so fest wie Merkel ihren Thron und kutschiert sie sicher durch ihr Königreich. Nur wenige Kabarettisten können so singen wie er, er bietet die perfekte Mischung aus beißender Satire und krachender Komik. „Politisches Kabarett wie es sei soll“, formuliert die „AZ Mainz“.

Am 28. Juni kommt Philipp Simon auch das erste Mal ins „Kultur-Café“ mit seinem Programm: „Meisenhorst“.

Staatsbürgerkunde mit Philip Simon ist drastisch und

unterhaltsam:

In seinem neuen Programm führt der niederländisch-deutsche Kabarettist vor, dass im Grundgesetz mehr Zündstoff steckt, als Progression in bundesdeutschen Köpfen. Rechtzeitig zum 70. Geburtstag der bundesdeutschen Staatsbibel stellt er die entscheidende Frage: Welche Ihrer 19 Grundrechte sind Ihnen die wichtigsten? Dafür zeigt er der Gesellschaft symbolisch den Vogel.

Die „Kultur-Café“-Macher freuen sehr, dass Wilfried Schmickler wieder einmal einkehrt. Am 30. August tritt er im Sonderprogramm auf: „Kein Zurück“ lautet der Titel. Schmickler hat nach vorne geschaut. Und was er da gesehen hat, davon berichtet er in seinem aktuellen Programm. „Blitzschnell, genau, perfide, direkt, derb, rotzfrech und poetisch.“

Weiter geht’s am 20. September wieder mit Kabarettisten, die noch nicht im „Kultur-Café“ aufgetreten sind: „ONKel. fISCH“ fordert: „Popolisten haften für ihre Kinder“. Ein satirisches Überlebenstraining für Politikverdrossene sie das angesagt. Wer im Politik-Dschungel dem gemeinen Populisten in freier Wildbahn begegnet, der sollte die nötige Survival-Ausrüstung dabei haben: Ein Hysterie abweisendes dickes Fell, eine Polit-Parasiten-Impfung und ein klares Profil für einen sicheren Stand.

In ihrem neuen abendfüllenden Programm streiten, singen, tanzen und spielen sich die Bewegungsfanatiker von „ONKeL fISCH“ durch ein Politik-Survival-Action-Kabarett.

Am 15. November beendet René Steinberg die Kabarettreihe 2019 mit „Freuwillige vor

– wer lacht, macht den Mund auf!“ Unsere Zeit: unübersichtlich, ökonomisiert, aufgeheizt und – kurz gesagt – „alle bekloppt“. In den Innenstädten Leere, auf den Autobahnen Chaos, in den sozialen Netzen Wut und in der Gesellschaft immer mehr Gegeneinander. Was also tun? Schimpfen? Schaukeln gehen? René Steinberg meint ganz klar: Wir müssen mehr Humor wagen!

Der gelernte Literaturwissenschaftler Steinberg ist sich sicher: Humor ist ein Wutdrucksenker! Eine Waffe gegen die Widrigkeiten des heutigen (oder modernen) Lebens. Und vor allem etwas, was Menschen zusammenbringt und verbindet.

Ort des „Kultur-Cafés“ und des Vorverkaufes ist das Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde am Grünweg in

Eckum. Der Beginn der Veranstaltungen liegt bei 20 Uhr; Einlass ist bereits ab 19 Uhr. Der

Eintritt kostet 18 Euro – bei freie Platzwahl (bis auf wenige Ausnahmen).

Der Kartenvorverkauf startet jeweils zehn Tage vor dem jeweiligen Veranstaltungsbeginn. Der Kartenverkauf an der Abendkasse (erfahrungsgemäß in kleiner Stückzahl) beginnt ab 19 Uhr.

Abonnements können ab dem 9. Januar bis zum 15. Februar gekauft werden: Sechs Karten kosten dann 100 Euro. Bereits bestellte Abos können ebenfalls ab dem 9. Januar bezahlt und im Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde am Grünweg in Eckum abgeholt werden.

... und dann steht dem gepflegten Polit-Humor nichts mehr im Wege.

(Kurier-Verlag)