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Trächtige Ricke wurde von Hunden gehetzt und gerissen
Aggressive Hunde: Da kamen dem Jäger massiv die Tränen

Trächtige Ricke wurde von Hunden gehetzt und gerissen: Aggressive Hunde: Da kamen dem Jäger massiv die Tränen
Hunde sollten insbesondere jetzt im Frühling wie hier auf den Wegen bleiben – zum Schutz der jungen Wildtiere. FOTO: Foto: RKN
Bedburdyck. Seine Familie ist schon in der vierten Generation Pächter der Jagd im Bereich Bedburdyck/Aldenhoven/Schloss Dyck. Doch das, was er am vergangenen Donnerstag erleben musste, haute den gestandenen Jägersmann regelrecht um. "Wenn sie so etwas sehen, dann sind sie den Tränen nah", sagt er dem Erft-Kurier. Von Gerhard Müller

Eine Autofahrerin hatte zwischen Aldenhoven und Schloss Dyck den Vorfall beobachtet und die Polizei gerufen. Die wiederum forderte (wie immer in solchen oder ähnlichen Fällen – auch mitten in der Nacht) den Jagdpächter an.

Was war geschehen? Zwei Hunde ("Frauchen" stand nach der Beschreibung der Zeugin relativ unbewegt daneben) hatten eine Ricke gehetzt, sie gerissen und im Kopfbereich so stark zerbissen, dass dem Jäger nichts anderes als der Gnadenschuss blieb. "Man sah mehrere Augenblicke danach noch, wie sich die ungeborenen Kitzlein in ihrem Bauch bewegten", so der Bedburdycker Jäger betroffen.

Das Kreis-Veterinäramt appellierte gerade noch in der vergangenen Woche an Hundehalter, ihre Tiere im Blick zu behalten und – wenn möglich – an die Leine zu nehmen. Dafür gebe es zwei Gründe: zum einen der Nachwuchs wildlebender Tiere und zum anderen die Verunreinigung von landwirtschaftlichen Flächen durch Hundekot. "Insbesondere jetzt im Frühling ist Rücksichtnahme gefragt", betont Frank Schäfer, Leiter des Veterinäramtes. "Denn freilaufende Hunde sind eine Gefahr für alle jungen Wildtiere", unterstreicht er.

Schäfer erklärt, weshalb Hundebesitzer und ihre Vierbeiner aus Sicht der Jäger auf dem Weg bleiben sollten: "Hunde können den Ablauf von Brut und Aufzucht gefährden. Denn Elterntiere können durch die Witterung des Hundes erschrecken und dadurch ihren Nachwuchs vernachlässigen. Rehkitze werden im schlimmsten Fall von ihren Müttern nicht mehr angenommen."

Einen Appell, den der Bedburdycker Jagdpächter nachdrücklich unterstreicht: Er wisse natürlich (und bekomme das bei Begegnungen in Feld und Flur auch immer deutlich zu spüren), dass Jäger nicht den besten Leumund genießen würden.

Aber das Image stimme einfach nicht. Wenn bei ihm heute gejagt werde, dann (gerade auch im Sinne der Landwirtschaft) auf Schadtiere. Denn ihm gehe es um den Schutz von Tier und Natur. Und zum Glück würde sich der überwiegende Teil aller Hundehalter vernünftig verhalten.

Gerhard Müller

(Kurier-Verlag)