| 08.21 Uhr

Cousin weist an: „Das kann jetzt alles weg!“

Cousin weist an: „Das kann jetzt alles weg!“
Dezernent Claus Ropertz steht zu seinen Leuten.
Grevenbroich. Dezernent Claus Ropertz stellt sich im Abschiebungsfall Krasnigi (Erft-Kurier berichtete in der Vorwoche) vor seine Mannschaft: „Ich kann nicht erkennen, dass da irgendwo geschludert worden ist“, macht er gegenüber dem Erft-Kurier deutlich. Von Gerhard Müller

Verantwortlich für die eigentliche Abschiebung sei die Ausländerbehörde des Kreises, die bei besagter Familie in der Tat – in Polizei-Begleitung – um 6 Uhr angetreten sei, um die Krasnigi zum Flughafen zu bringen.

Das „Unangekündigte“ stehe, so Heike Steinhäuser vom Sozial-Fachbereich der Stadt, im Gesetz und sei auch sinnvoll, um ein „Untertauchen“ zu verhindern. Immerhin sei eine Abschiebung stets letzte Mittel, wenn mehrere Aufforderungen auszureisen missachtet worden seien.

Da es mit dem Flieger in die alte Heimat gehen sollte, waren nur 20 Kilogramm Gepäck pro Person erlaubt. „Bitte nehmen Sie alle persönlichen Gegenstände mit“, habe die mehrfache Aufforderung gelautet. „Das ist alles ganz ruhig verlaufen“, so Ropertz weiter. Nach einer Stunde sei man losgefahren.

„Ein Cousin der Familie, der hier in Grevenbroich lebt, hat sich gemeldet, um den Rest zu sichten. Wir haben für den nächsten Tag einen Termin gemacht“, weiß Ropertz zu schildern. Und der Cousin sei auch mit zwei anderen Personen gekommen und habe das an sich genommen, was er für wichtig gehalten habe. „Er hat auch noch mit den inzwischen angekommenen Abgeschobenen telefoniert“, ergänzt der Dezernent.

Irgendwann sei der Cousin dann durchgewesen und habe gesagt: „Das kann jetzt alles weg“, zitiert Ropertz. Der Rest sei dann von den Hausverwaltern in 30 bis 40 Säcke verpackt worden und in den dafür vorgesehenen Müllcontainer verbracht worden.

Der aber steht an der Flüchtlingsunterkunft in Gustorf, ist mannshoch und nur über eine Leiter lassen sich von dort Sachen wieder herausholen. „Da kann man nicht einfach mal drüber greifen“, so Ropertz. Wenn also Sachen der Familie Krasnigi im Nachhinein wieder aufgetaucht wären, dann könne das kein Zufall sein. Vielleicht haben ja auch andere Flüchtlinge nach Verwertbarem gesucht.

Claus Ropertz Fazit: „Meine Leute haben sich korrekt verhalten.“

-gpm.

(Kurier-Verlag)