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Kein Empfang in der Klinik

Grevenbroich. Stellen Sie sich vor: Sie liegen bettlägerig krank in den Kliniken des Rhein-Kreises, sind zu schwach zum Lesen und der Fernseher, die einzige Ablenkung, die es gibt, bleibt schwarz. Eine Art Super-GAU. Und seit dem 22. Juni auf vielen Stationen des Kreis-Krankenhauses Realität. Von Gerhard Müller

Helmut Ahrweiler, technischer Leiter der Schloss-Stadt-Klinik, hat großes Verständnis für den Ärger der Patienten und ihrer Angehörigen. Er macht aber deutlich, dass sein Haus nicht schuld sei. "Unitymedia hat zu dem Zeitpunkt den Empfang auf digital umgestellt", seufzt er. Das sei angemeldet, das Krankenhaus sei vorbereitet gewesen.

Was allerdings nicht bekannt gewesen sei, sei die Tatsache, dass "Unity-Media" bei dieser Gelegenheit die Signalstärke von 60 auf 55 DB gedämpft habe. Das sei, so die Auskunft des Unternehmens, ausreichend für die digitale Übertragung.

Deshalb müssten aber im Haus alle Hauptverstärker und alle Etagenverteiler nachgestimmt werden. Und ebenda hakt es, ebenda kommen die Techniker der "Unitymedia" nicht nach, so Ahrweiler auf Nachfrage des Erft-Kurier.

"Außerdem mussten wir 60 Bildschirme austauschen. Das sind Spezialgeräte, so genannte ,Hotel-Fernseher'", erläutert der technische Leiter. Diese Geräte müssen mit einem Kopfhörer gekoppelt sein.

Da überall entsprechend umgerüstet wird, waren diese Geräte am Markt vergriffen. Erst wurden nur 20 geliefert, dann noch mal 20 und der Rest soll – so seine Hoffnung – in Wochenfrist kommen. Vollen Fernsehempfang könne er für das Grevenbroicher Krankenhaus erst für Ende des Monats versprechen. Und er versteht den Ärger der Patienten.

-gpm.

(Kurier-Verlag)