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Jürgen Schmidt liest aus seiner „Lesereise in den Tod“
Mord in Bad Münstereifel, Spuren führen nach Neukirchen

Jürgen Schmidt liest aus seiner „Lesereise in den Tod“: Mord in Bad Münstereifel, Spuren führen nach Neukirchen
Jürgen Schmidt präsentiert sein drittes Buch: „Lesereise in den Tod“. FOTO: Foto: -gpm.
Neukirchen. Der Autor eines lokalen Krimis braucht drei "Helfer" auf dem Weg zum Erfolg: Die örtlichen Buchhandlungen, die den Roman möglichst prominent platzieren. Die örtlichen Zeitungen, die die Kunde von dem neuen Werk verbreiten sollen. Und natürlich die Heimatbegeisterten, die sich aus Liebe zur Heimatstadt den Krimi kaufen. Von Gerhard Müller

Jürgen Schmidt schafft es in seinem neuen Werk "Lesereise in den Tod", sich gleich auf den ersten Seiten mit allen drei Gruppen anzulegen: Die in Bad Münstereifel ermordete junge Autorin lästert über die dortigen Buchhandlungen und über die Lokaljournalisten ab. Und ihr Vater erklärt später dem ermittelnden Detektiv, dass sie in Neukirchen gewohnt habe, dass das aber ein so langweiliger Ort sei, dass man ihn nun beileibe wirklich nicht kennen müsse.

Dabei ist Jürgen Schmidt kein Unbekannter: 2012 legte er mit "Chiliherzen" ein Büchlein vor, das gut ankam. Jetzt will er sich den Sektor der Lokal-Krimis erschließen. Und nutzt dabei seine persönliche Lebenssituation: Er lebt in Neukirchen und arbeitet in Bad Münstereifel als Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung in einer dortigen Behinderten-Werkstatt.

"Ein halbes Jahr bin ich gependelt, dann habe ich mir dort eine Zweitwohnung genommen", erzählt der Autor, der ansonsten mit seiner Familie in Neukirchen wohnt. Und das schon seit 20 Jahren.

Zum Schreiben ist er vor vielen Jahren gekommen, als er noch zu Zeiten der Friedensbewegung in Geldern eine kleine Zeitung herausgebracht hat. "Ich habe damals schon den Mut aufgebracht, eigene Sachen zu veröffentlichen", lacht er. Und merkt an, dass er aus heutiger Sicht manches von damals allerdings nicht mehr so toll finden würde.

Später gründete er den "Seitenwind-Verlag", der sich um niederrheinische Literatur bemühte. "Dichte Nebel am Niederrhein" war eine recht bekannte Anthologie.

Für die "Lesereise in den Tod", die von 2014 bis 2015 entstand, fand er mit der "edition oberkassel" einen Düsseldorfer Verlag, der sich seit sechs Jahren auf dem Gebiet der lokalen Krimis tummelt. Und der schon 31 davon aufgelegt hat. "Ich habe verschiedene Verlage angeschrieben; die rascheste Zusage kam aus Düsseldorf", liefert er die einfache Begründung. 2.000 Exemplare wurden zunächst einmal gedruckt.

Für 2018 ist übrigens der Folgeroman (mit dem gleichen Charakter als Ermittler) geplant. Und das Ganze wird natürlich wieder in Bad Münstereifel spielen.

Den wird er dann auch wieder dreimal, viermal selbst gelesen haben, bevor er in andere Hände geht. Das war nämlich auch bei der "Lesereise in den Tod" so. Der Autor: "Jedes Mal findet man noch etwas. Irgendwann muss man aber auch den Schlusspunkt setzen. Sagen: Es ist so, wie es ist."

Wer in den Lokal-Krimi hineinhören will, hat dazu am kommenden Mittwoch in der "Mayerschen" in Grevenbroich die Gelegenheit. Ab 19 Uhr liest Schmidt aus seinem Werk. Hoffentlich ist er mit der Resonanz dann mehr zufrieden als die fiktive Mona de la Mare ...

-gpm.

(Kurier-Verlag)