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Kündigung zum Jahresende:
Ob das Bad wieder öffnet, steht nicht fest / Gespräche mit „Rheuma-Liga NRW“ im Januar

Kündigung zum Jahresende:: Ob das Bad wieder öffnet, steht nicht fest / Gespräche mit „Rheuma-Liga NRW“ im Januar
Sigurd Rüsken, Geschäftsführer des „St. Elisabeth“-Krankenhauses, versteht die Enttäuschung und die Sorgen der Nutzer des bisherigen Bewegungsbades. FOTO: Fotos: Archiv; -jule
Grevenbroich. Aufregung bei der Grevenbroicher Rheuma-Liga: Zum Jahresende hat das Kreis-Krankenhaus deren Stunden im dortigen Bewegungsbad gekündigt. "Wo sollen wir nun unsere Übungen machen, die wir für unsere Restbeweglichkeit dringend brauchen?", fragen die Rheuma-Kranken. Das Schloss-Bad hat keine festen Zeiten mehr frei. Und für die auf ihren Rollator angewiesenen Herrschaften ist das Bad in Neukirchen schier unerreichbar ... Von Gerhard Müller

Viele Jahre konnten unterschiedliche Gruppen, Einrichtungen und Vereinen kostengünstig das so genannte "Bewegungsbad" im "St. Elisabeth"-Krankenhaus nutzen. "Dies ist in der bisherigen Form und dem gewohnten Umfang künftig leider nicht mehr möglich. Denn das Bad ist in die Jahre gekommen und nun stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an", erklärt Pressesprecherin Susanne Niemöhlmann.

Darum wurden die bestehenden Verträge mit den Nutzern fristgerecht zum 31. Dezember gekündigt. "Das bedauern wir sehr. Denn die Gesundheit und Gesunderhaltung der Grevenbroicher Bevölkerung liegen uns natürlich am Herzen. Unser langjähriges Engagement möchten wir auch als deutliches Bekenntnis zum Standort verstanden wissen", so Niemöhlmann weiter.

Das Bad im Kreis-Krankenhaus ist seit rund 30 Jahren im Betrieb. Die laufenden Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten, die regelmäßig durchgeführt worden sind, reichen nun nicht mehr aus.

Nach Einschätzung der Technischen Leitung ist eine Generalsanierung des Beckens und der gesamten technischen Anlagen notwendig. Es sei mit Kosten in sechsstelliger Höhe zu rechnen. Eine genauere Kosten-Ermittlung soll im Januar 2019 nach der Außerbetriebnahme erfolgen. Im laufenden Betrieb sei das nicht möglich.

Niemöhlmann: "Aus medizinischer Sicht wird im stationären Betrieb des Krankenhauses das Bad so gut wie nicht mehr genutzt. Deshalb konnten wir in den vergangenen Jahren in zunehmendem Maße Zeiten an externe Nutzer vergeben. Dafür haben wir lediglich die zusätzlichen Kosten in Rechnung gestellt."

Somit konnten die Nutzer, die immer weniger auf kommunale Bäder zurückgreifen können, ein besonders attraktives Angebot nutzen. "Daher verstehen wir die Enttäuschung über die Entscheidung, die wir treffen mussten", seufzt die Pressesprecherin.

Und sie fügt an: "Die Entscheidung steht in keinerlei Zusammenhang mit der geplanten Fusion mit dem Lukas-Krankenhaus."

Wann das Bad wieder geöffnet werden kann – und ob überhaupt –, ist derzeit noch nicht abzusehen. Niemöhlmann: "Eine Entscheidung darüber kann erst fallen, wenn alle voraussichtlichen Kosten ermittelt sind. Da wir mit den uns anvertrauten Geldern verantwortungsvoll umgehen wollen, gilt es abzuwägen, ob die finanziellen Mittel für eine Sanierung und den weiteren Betrieb des Bades (nach vorsichtigen Schätzungen bewegen sich die jährlichen Betriebskosten im mittleren fünfstelligen Euro-Bereich) nicht dringender in patientennahen Bereichen benötigt werden und dort eingesetzt werden sollten."

Inzwischen habe die "Rheuma-Liga-NRW" Interesse signalisiert, in Abhängigkeit von der Höhe der notwendigen Investitionen sowie der laufenden Kosten eventuell gemeinsam mit den anderen Nutzern den Betrieb des Bades zu übernehmen. Ein gemeinsames Gespräch werde, nach Vorlage der notwendigen Daten, Ende Januar 2019 vom Krankenhaus angeboten. Bis dahin wird die örtliche Rheuma-Liga wohl nach Neukirchen ausweichen müssen. Und auch die VHS muss nun zum Beispiel umplanen (siehe "So gesagt").

Gerhard Müller

(Kurier-Verlag)