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Grevenbroich Magazin
Orkener DJ hat es in die "Traumstadt" geschafft

Orkener DJ hat es in die "Traumstadt" geschafft
FOTO: Alina Gries
Orken. Sex, Drugs and Rock 'n Roll war einmal – das Motto der Generation Y lautet Keep Calm, have Fun, be spontaneous und lebe nach ,All the crazy shit I did tonight; Those will be the best memories'. DJ-Größen wie David Guetta, Steve Aioki, Alle Farben oder  Lost Frequencies prägen derzeit die jugendliche Unabhängigkeit und feiern ihre absoluten Höhepunkte mit Lobeshymnen wie "Bad ideas (Bad ideas make the best memories)" oder "Reality (Today I got a million, Tomorrow, I don't know)”. Und mittendrin? CLNR. Von Alina Gries

Hinter dieser wirren Buchstaben-Kombination verbirgt sich niemand geringeres als Chemiestudent Laurin Hensen aus Orken: "Es ist einfach krass, wenn ich meinen Namen zwischen all den anderen lese und für mich unvorstellbar, dass das alles in so kurzer Zeit passiert. Auch wenn ich einer der kleinsten bin."

Angefangen hat alles auf einem Geburtstag. "Ein Kumpel hat gefragt, ob ich auf seiner Party auflegen kann, damals ging das noch über die Playlist von ,itunes‘", erinnert sich der 22-Jährige. Danach waren alle so schön verstrahlt. Von der Geburtstagsfete ging es dann auf die größeren Bühnen: Erst Auditorium, dann das Bootshaus in Köln, schließlich das Electrisize-Festival in Erkelenz und  in diesem Jahr folgt eine der größten Stufen, die ein DJ erreichen kann: Parookaville, das nicht einfach nur ein Musikfestival für die elektronische "Dancer-Szene" ist, sondern eine "Traumstadt", die einmal im Jahr in Weeze zum Leben erwacht und märchenhafte "Stages" für DJs und deren Sets aus aller Welt bietet.

Daran gekommen ist der Chemiestudent über die "Electrisize"-Crew: "Ich habe beim Aufbau geholfen und habe erzählt, dass ich auch auflege und durfte spontan auf die Bühne. Seitdem bin ich als Resident gesetzt. Das bedeutet, überall, wo eine Bühne vom ,Electrisize‘ aufgebaut ist, darf ich spielen." So auch am 22. Juli im "Electrisize"-Bunker auf dem Parookaville.

Dabei hebt sich "CLNR" jedoch vom "Mainstream" ab. "Ich bin für jegliche Musikstile offen und spiele am liebsten alles", berichtet Laurin Hensen. Dabei entwickelt er den Stil anderer weiter und fährt eine breite Spanne zwischen ruhigen und schnellen harten Sounds. Fünf Songs hat der Orkener schon fertig und sich nicht nur auf ein Genre festgelegt.

Und der Name ist kein großes Geheimnis. "Als ich auf dem Geburtstag aufgelegt habe, wurde ich ,DJ Cleaner‘ gerufen‘", lacht er, "Ich weiß nicht warum, aber ich habe es nicht geschafft den Namen loszuwerden." Irgendwann trennte sich der 22-Jährige vom "DJ": "Ich wollte nicht nur ein DJ sein, sondern ein Artist." Danach strich er auch die Vokale und kritzelte das Logo auf ein Blatt Papier: CLNR. "Es ist wichtig von der Szene anerkannt zu werden", sagt Hensen.

Wenn er seinen Chemie-Bachelor abgeschlossen hat, möchte er sich etwas mehr der Musik widmen. Denn da hat es schon in Kindheitstagen gefunkt, als er den Kontrabass lernte und sich schließlich dem Gitarrenspielen hingab. "Es ist mehr als nur eine Leidenschaft", meint der Orkener, "mein ,on the top‘-DJ ist Diplo. Ich würde gerne mal auf seinem Label releasen."

Bis dahin bereitet er sich aber erst einmal mehr oder weniger auf das große Ereignis im Sommer vor. "Ich bereite nicht auf das kleinste Detail vor. Natürlich steht der erste Song, aber wenn etwas gut funktioniere, passe ich mich auch gerne dem Publikum an", erzählt Hensen.

Sein nächster Auftritt ist am Ostersamstag im Auditorium. Dort hatte er das erste und nun das letzte Mal aufgelegt. Am 22. Juli folgt dann das Parookaville und am 11. und 12. August das Electrisize-Festival. Über Auftritte  dazwischen informiert er auf seiner "facebook"-Seite unter CLNR. Und wer sich auf seine Beats einstimmen möchte, findet ihn auf "soundcloud" unter CLNR.