| 11.50 Uhr

„Revier im Wandel“: Grüne sprechen über Industriepolitik

Grevenbroich. Die Grünen und die IG BCE sprechen harmonisch und einvernehmlich über die Zukunft der Kohleindustrie in der Region – ein Novum! Bisher hatten sich die Partei und die Gewerkschaft nicht zusammenraufen können. Was war los? Von Hanna Loll

Die Grünen um Landtagskandidat Hans Christian Markert MdL hatten zum öffentlichen Gespräch zur Industriepolitik eingeladen, Thema: "Revier im Wandel". "In der Hauptsache ging es darum herauszustellen, in welchen Bereichen wir zukunftsfähige Industrien und Gewerbe ansiedeln können, damit auch unsere Kinder und Kindeskinder später eine Arbeitsstelle finden", berichtet der Grüne. Zu diesem Zweck hatte er Dr. Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut, das zu den größten Forschungsinstituten und führenden Think Tanks gehört, wenn es um Fragen und Methoden des Wandels zur Nachhaltigkeit geht, sowie Klaus Emmerich von der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE) und stellvertretender Betriebsratsvorsitzender des Tagebaus zu sich aufs Podium geholt.

Zufrieden beschreibt der Landtagskandidat: "Die Nachfrage nach der Abschaltung der Braunkohlekraftwerke, die zwischen den Grünen und der IG BCE in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten geführt hat, haben wir komplett außen vor gelassen – es ging um die Kraftstoffe der Zukunft, die Nutzung überschüssigen Stroms durch Windenergie und Transformationsprozesse." Auch Klaus Emmerich zeigt sich zufrieden und lobt Markert: "Wir konnten unsere Interessen zusammenlegen und gemeinsam in die Zukunft schauen. Markert ist eben kein verblendeter Ideologe – er geht sehr realistisch an das Thema heran." Dr. Fischedick ist sich sicher: "Ein proaktiver Strukturwechsel braucht Zeit – daher muss es ein sukzessiver Kohleausstieg sein. Die Zukunftschancen der Region liegen in ihrer Energiekompetenz, den Unis, an denen geforscht werden kann, und der Energiebranche. Solche offenen Gespräche sind wichtig, um den Strukturwandel mit Kraft und Anstrengung positiv zu gestalten – denn der Wandel vollzieht sich nicht von allein!"