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Schützenblut tut gut. Auch morgen Abend.

Schützenblut tut gut. Auch morgen Abend.
Die Mannen des Jägerzuges „St. Clemens“ aus Kapellen haben in diesem Jahr einen regelrechten Rekord geschafft: Bei vier Fackelzügen werden sie dabei gewesen sein!
Kapellen. Wie in jedem März seit mehr als zehn Jahren diskutierte der Jägerzug "St. Clemens" aus Kapellen auch 2017 über ein geeignetes Thema ihrer Großfackel für das heimische Schützenfest. Von Gerhard Müller

Fackelbau ist, und das wissen die jungen Männer, sehr viel Arbeit. Die große Leidenschaft rechtfertigt die rund 200 Arbeitsstunden, die für eine Großfackel investiert werden müssen. Gerade einmal zwei Stunden dauert dann ihr großer Auftritt, bis sie direkt nach Schützenfest abgerissen wird. Doch dieses Jahr sollte es anders kommen: Ein Zug aus Wevelinghoven meldete sich noch während der Schützenfesttage in Kapellen und wollte die Fackel für das eigenen Schützenfest nutzen.

Nach Wevelinghoven folgte Grevenbroich und schließlich wird die Kapellener Fackel morgen ihre endgültig letzte Reise beim Zug in Gustorf antreten. Eine Fackel auf vier Fackelzüge, das wird wohl bislang noch keinem fackelbauendem Zug gelungen sein.

Was haben die jungen Männer im Alter zwischen 23 bis 30 Jahren anders gemacht? Vielleicht ist es die zeitlose Botschaft: Ein roter Blutstropfen gefolgt von einer Spritze mit Stupsnase ruft zur Blutspende auf. Sie ragt thematisch zwischen den Fackeln heraus, die das Schützenwesen selbst thematisieren oder sich im Politischen versuchen.

Nur drei Prozent der Deutschen spenden regelmäßig Blut

Wie wichtig der Aufruf ist, zeigen folgende Zahlen: Denn es spenden nur drei Prozent der Deutschen regelmäßig Blut. Gebraucht werden jährlich aber rund 4,5 Millionen Blutkonserven.

Die Behandlung etwa von Krebspatienten und eine alternde Gesellschaft lassen den Bedarf stetig steigen. "Doch junge Menschen sind immer seltener bereit Blut zu spenden", so die Schützen.

"Fast jeder im Alter ab 18 Jahren, der mehr wiegt als 50 Kilogramm und sich gesund fühlt, darf Blut spenden. Bei nur drei Prozent gibt es noch viel Luft nach oben", erklärt Gina Penz, DRK-Ortsvereinsvorsitzende in Grevenbroich.

Zwar erspare die Blutspende laut Penz selbstredend nicht den Gang zum Arzt, doch werde diese natürlich gründlich untersucht – ein eigener Blutgruppen-Test inklusive. Das Rote Kreuz bietet viele Blutspendetermine in der Umgebung an und sorgt mit leckeren Brötchen, Waffeln und mehr für die anschließend notwendige Stärkung.

Grund genug für die Schützen des Jägerzugs "St. Clemens" und den Schützenzügen aus Wevelinghoven, Grevenbroich und Gustorf diese Großfackel – die immerhin fast eine halbe Tonne wiegt – zu bauen und durchs eigene Dorf zu schieben.

"Wir hoffen, dass so unter den zahlreichen Zuschauern der vier Fackelzüge jemand motiviert wird, auch bei einer Blutspendeaktion mitzumachen", so Christian Conrads, Zugführer des Jägerzugs "St. Clemens" der scherzend ergänzt: "Schützenblut tut allen gut."

Doch "vielleicht nicht das der Schützenfesttage selbst", wie Gina Penz schmunzelnd hinzufügt.

Die Blutspende-Termine des Roten Kreuzes in der Nähe finden sie unter

www.drk-blutspende.de/blutspendetermine/

. Außerdem werden sie natürlich regelmäßig und rechtzeitig im Terminkalender des Erft-Kurier angekündigt.

(Kurier-Verlag)