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Julius Weckauf spielt nach der Kerkeling- in der Lindenberg-Biografie mit
Schauspieler oder doch Schreiner? „Schau mal, worauf ich Lust habe“

Julius Weckauf spielt nach der Kerkeling- in der Lindenberg-Biografie mit: Schauspieler oder doch Schreiner? „Schau mal, worauf ich Lust habe“
Julius Weckauf (oben mit Hape Kerkeling bei der Weltpremiere) wünscht sich, einen Film mit Kindern zu drehen, etwas wie „Die Pfefferkörner“. FOTO: Fotos: 2018 UFA / Warner Bros.
Hochneukirch. Seit der Premiere der Hape- Kerkeling-Biografie "Der Junge muss an die frische Luft" kommt eigentlich niemand an Nachwuchs-Schauspieler Julius Weckauf vorbei. Der kleine Hochneukircher wird von Filmexperten hoch gelobt; der Film hat innerhalb kürzester Zeit 1.822.062 Besucher und einen Umsatz von 15,6 Millionen erreicht und Julius ist mit Schauspielern wie Sönke Möhring, Joachim Król und natürlich Hape Kerkeling per "Du". Genug Gründe für einen Höhenflug? Von wegen. Denn Julius ist ein ganz normaler Junge – der mit beiden Füßen fest am Boden steht und der vor allem eine gehörige Portion Humor hat. Von Gerhard Müller

Besonders spannend war für die Familie Weckauf die Premierenreise, die sie nach Essen, Berlin und München führte. Unzählige Interviews, Fototermine und natürlich unvergessliche Eindrücke "am roten Teppich" haben die Weckaufs von der Vier-Tage-Reise mit ins heimische Jüchen gebracht.

Herzlich war vor allem wieder die Begegnung mit Hape Kerkeling. Der Star brachte seinem "jüngeren Ich" ein Geschenk aus dem Asien-Urlaub mit, wie Julius berichtet: "Ich bin im ,Jahr des Schweines‘ geboren und das ist aktuell auch wieder. Deshalb hat Hape mir eine Kette mit sieben Schweinen mitgebracht und meinte, dass ich dieses Jahr sieben Mal richtig Glück haben werde." Bei allem Rummel steht für die stolzen Eltern Bernd und Simone fest, dass Julius weiter schauspielern darf – aber nur so lange es Spaß macht. Bewusst entschieden sich die Eltern gegen eine Agentur: "Wir möchten unseren Sohn nicht vermarkten. Wer Interesse an einer Zusammenarbeit mit Julius hat, wird uns schon irgendwie kontaktieren." Auch wenn Julius oft erkannt wird, er um Selfies oder Autogramme gebeten wird, wirkt der Schüler im Gespräch alles andere als abgehoben. Er lacht viel und herzlich. Der Sneakers-Fan erzählt gerne vom guten Essen und wie sehr er sich darüber gefreut hat, dass er bei der Autogrammstunde im Mönchengladbacher Kino zwei Kinogutscheine geschenkt bekommen hat: "Das ist so cool. Dann kann ich noch zweimal ins Kino gehen." Mittlerweile hat Julius noch eine Mini-Rolle in der Udo Lindenberg-Biografie abgedreht. Was folgt, steht noch in den Sternen: "Ich schaue mal, worauf ich Lust habe. Wenn ich Schauspieler werden will, mache ich das. Wenn ich mit meinem Bruder eine Schreinerei eröffnen möchte, werde ich halt Schreiner."

Und vorher bleibt alles wie immer: Julius freut sich, leckere Crêpes auf seinem neuen Crêpes-Maker zu machen ( mit dick Schokolade). Mama Simone muss ihren Sohn daran erinnern, die Fensterbänke abzuwischen. Und Papa Bernd hält ein wachsames Auge darauf, dass der jüngste Sohn nicht zu lang am Handy spielt. Eben eine ganz normale Familie. Und das macht die Weckaufs auch so liebenswert.

Julia Schäfer

(Kurier-Verlag)