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Ein musikalisches High-Light kommt von einem Friedhof in Schweden
Sich wegzuträumen, ist der falsche Weg: Bleiben, lieben und kämpfen

Ein musikalisches High-Light kommt von einem Friedhof in Schweden: Sich wegzuträumen, ist der falsche Weg: Bleiben, lieben und kämpfen
Christian Kjellvander hat sich musikalisch von seiner Arbeit auf einem Friedhof inspirieren lassen.
Grevenbroich. Der Schwede Christian Kjellvander hat sich in den vergangenen 15 Jahren zu einer Größe der alternativen Folk- und Country-Szene entwickelt. Seine Lieder gehen unter die Haut und sind wunderschöne Liebeserklärungen an das Leben mit all seinen traurigen Facetten. "Für mich ein High-Light in unserer kleinen musikalischen Reihe im ,Café Kultus', das ich gerne mit vielen teilen möchte", freut sich Stefan Wehlings, Chef im "Café Kultus" im Schatten der Innenstadtkirche "Peter und Paul". Von Gerhard Müller

Neben der Gitarre, die an Leonard Cohen denken lässt, dem Verstärker, der einst Neil Young gehörte, und seiner Stimme, die tief und wahrhaftig ist, bringt er seinen Keyboarder Pelle Anderson ins "Kultus".

"A Village: Natural Light" ist ein Album über das Leben, die Liebe und den Tod. Noch einmal Stefan Wehlings, der diesen Gig eingefädelt hat: "Die Songs auf diesem Album machen mir wieder einmal bewusst, wie wichtig es ist, das Leben wirklich zu leben. Ihr kennt doch diese Songs, die einen von fernen Orten träumen lassen, die in einem den Wunsch wecken, aufzustehen und aufzubrechen? Solche Songs werdet ihr hier nicht finden.

Auf diesem Album geht es darum, zu bleiben. Auszuharren. Schaff dir dein eigenes Leben, umgib dich mit guten Menschen, lass dich nicht von Vollidioten runterziehen und mach das Beste aus dem, was du hast. Pack die Liebe beim Schopf. Schau dir deine Frau an. Liebe sie. Liebe sie wie verrückt. Kämpfe mit ihr. Lauf nicht weg. Schau dir deine Kinder an. Du hast sie gezeugt. Halt sie fest und lass sie gehen."

Christian Kjellvander habe ihm mal Folgendes erzählt: In der Zeit, als diese Songs entstanden sind, hatte er einen Teilzeitjob auf einem Friedhof in einem kleinen Dorf in Schweden angenommen. Er wollte sich ganz bewusst eine möglichst handfeste Arbeit suchen, um sie in seine Songs einfließen zu lassen. Er wollte etwas schaffen, das genau so klang wie seine Wirklichkeit ... sein Dorf, dieser Mikrokosmos der Welt, in der alle leben, im Angesicht des Lebens und des Todes.

Wehlings: "In diesem Zusammenhang wird mir die Schönheit der Trauer bewusst, die ein solch wichtiger Bestandteil des Lebens ist. Wenn wir uns von anderen Menschen abkapseln, nehmen wir uns den Anlass zu trauern. Ohne Liebe gibt es auch keine Trauer. Genau so verstehe ich diese Songs, das ist ihre Botschaft. Eine Mischung aus wahrem Glück, Kummer und Dank."

Die Aufnahmen für das Album fanden in Christians Kjellvander alter Kirche in Österåker unter Leitung von Ruben Engzell statt.

Die Band habe die Möglichkeiten dieses wunderschönen Raumes voll und ganz erkannt und genutzt, um einen außergewöhnlichen Soundteppich für Christians Kjellvander Songs zu schaffen.

Die Aufnahmen wurden dann an Craig Schumacher geschickt, der sich nahtlos in das Projekt einfügte und eine großartige Mischung erstellt hat, die zu guter Letzt dem fantastischen JJ Golden von "Golden Mastering" anvertraut wurde.

"Und so entstand dieses Album, das ihr euch jetzt anhören solltet. Es ist ein wahrhaft großartiges Album von einem wahrhaft großartigen Künstler, der seit Ende der Neunzigerjahre ein großartiges Album nach dem anderen veröffentlicht hat. Aber das neue ist mir das Liebste. Und ich hoffe, es geht euch genau so", jubelt der "Café Kultus"-Macher regelrecht überschwänglich.

"Forget me when I'm gone. I was never here.” Diese Zeile stammt aus dem Song "Riders in the Rain". Dazu sagt Stefan Wehlings leicht lachend: "Das wird wohl nichts, mein Freund. Deine Songs werden ewig leben!"

Der Auftritt beginnt am 15 Uhr. Der Eintritt ist frei; um eine Hutspende wird gebeten.

-ekG.

(Kurier-Verlag)