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Bürgermeister Krützen zur neuen Feuerwache
So erklären sich die Einsparungen: Tausend Quadratmeter weniger!

Bürgermeister Krützen zur neuen Feuerwache: So erklären sich die Einsparungen: Tausend Quadratmeter weniger!
Klaus Krützen scheint es geschafft zu haben: Nach den – sicherlich auch durch Dezernentin Kamp verursachten – Unruhen zwischen Rat und städtischer Feuerwehr scheint mittlerweile eine „neue Sachlichkeit“ eingekehrt zu sein, die auch ein „Abspecken“ des Raumbedarfes für die neue Feuerwache möglich gemacht hat.
Grevenbroich. Zielsetzung war, eine Finanzierungsalternative für die Feuerwehrhauptwache "Lilienthalstraße" zu finden. "Eine solche, wirtschaftlichere Alternative ist gefunden worden: Ein Neubau – auf einem städtischen Grundstück! Die Gesamtkosten betragen rund acht Millionen Euro. Eine Summe, die der Rat mehrheitlich akzeptierte. Von Gerhard Müller

Ein Neubau sei auch deshalb günstiger zu realisieren, weil eine Sanierung während des normalen Dienstbetriebes der Feuerwehr mehr Zeit in Anspruch nimmt und Containerlösungen als Ausweich- und Übergangsort anfallen und die damit verbundenen Kosten höher ausfallen würden, lautet die Argumentation aus dem Rathaus.

"Die Differenz zwischen der aktuellen Kalkulation für einen Neubau und der bisherigen Annahme einer Neubausumme von über zehn Millionen Euro resultiert aus der Tatsache, dass die aktuelle Planung streng an der DIN 14092 ausgerichtet ist", konnte Bürgermeister Klaus Krützen gestern verkünden.

Eine Gegenüberstellung der Machbarkeitsstudie des bisher beauftragten Architekturbüros sowohl mit dem wirtschaftlicheren SEG-Modell, insbesondere aber mit dem aktuellen Ist-Zustand der Feuerwache Lilienthalstraße, habe "Erkenntnisse gebracht", die unter anderem "ein Indiz für eine günstigere Realisierung" darstellen würden.

Deutlich wird dies bei einem Flächenvergleich: Hier ergeben sich Unterschiede bei den Flächen für Werkstätten, Haustechnik, Sozialgebäude, Verwaltung und Fahrzeuge.

Während sich die Feuerwache Lilienthalstraße mit einer gesamten Raumfläche von 1.609 Quadratmetern darstellt, kalkuliert das bisherige Modell des Umbaus mit 3.815 Quadratmetern und liegt damit um das 2,4-fache (2.206 Quadratmetern) über dem aktuellen Ist-Zustand. Das neue SEG-Model geht von 2.853 Quadratmetern (1,77-fache) aus.

Seit der Ratssitzung im Januar sind weitere Verbesserungen eingetreten, heißt es aus dem Rathaus: Es hätten sich verbesserte Finanzierungskonditionen ergeben, die sowohl für die Stadt als Kreditnehmer als auch für die SEG als 100-prozentige Tochter Gültigkeit haben.

"Daraus ergibt sich in der aktualisierten Wirtschaftlichkeitsberechnung ein Wert der Eigenkapitalreduzierung auf die Laufzeit von 50 Jahren (bei unveränderter Bausumme von maximal acht Millionen Euro), der um rund drei Millionen Euro günstiger ist, als das bisherige Sanierungsmodell", rechnet Rathaussprecherin Ines Hammelstein vor.

Alle bereits entstandenen Kosten sind in die Wirtschaftlichkeitsberechnung eingeflossen, auch die möglichen Regressforderungen. Über den Restanspruch aus dem Gesamtauftrag finden derzeit Gespräche mit dem Architekturbüro statt.

Es sei zudem beabsichtigt, den Altstandort – nach Fertigstellung des Neubaus – zu marküblichen Konditionen zu veräußern.

Klaus Krützen: "Der Neubau berücksichtigt alle feuerwehrfachlichen Erfordernisse (zum Beispiel die Unterbringung der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr, Anmerkung der Redaktion). Alle bisherigen Arbeiten wurden im Einvernehmen und in Zusammenarbeit mit der Feuerwehrleitung abgestimmt und erfüllen auch die Bedürfnisse, die der Brandschutzbedarfsplan aufzeigt."

Abschließend wurde ausgeführt, dass die Stadt an einer weiteren Zusammenarbeit mit dem bisherigen Architekturbüro interessiert sei und hierzu Gespräche stattgefunden hätten und noch stattfinden würden.

Parallel hierzu bestehe auch weiterhin Kontakt zum Rhein-Kreis bezüglich einer Rettungswache am Standort der neuen Feuerwehr.

Inzwischen seien auch Gespräche mit dem benachbarten Gestütsbesitzer geführt worden, die man im Zuge der weiteren Planung intensivieren möchte.

(Kurier-Verlag)