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Starke Grippewelle hat unsere Region erreicht

Starke Grippewelle hat unsere Region erreicht
Auch im Rhein-Kreis ist die Grippewelle angekommen. FOTO: Foto: Thinkstock iStock IPGGutenbergUKLtd
Grevenbroich. Eine starke Grippewelle sorgt derzeit bundesweit für volle Arztpraxen und leere Klassenzimmer und Büros. Auch im Rhein-Kreis sind viele Menschen an der so genannten Influenza erkrankt: Seit Jahresbeginn sind im Kreis mehr als 200 Fälle gemeldet worden, berichtet Michael Dörr, Leiter des Kreis-Gesundheitsamtes. Das sind schon jetzt mehr bestätigte Fälle als im gesamten vergangenen Jahr, als die Zahl bei 175 lag. Von Gerhard Müller

Allein in der vergangenen Woche gab es 68 und in dieser Woche mehr als 20 neue Erkrankte im Kreisgebiet. Immer noch lohnt sich nach Ansicht des Amtsarztes eine Grippeimpfung: Diese wird nach zwei Wochen wirksam und schützt vor einem schweren Verlauf der Influenza.

Das Kreis-Gesundheitsamt stellt ebenfalls einen starken Anstieg bei den Norovirus-Infektionen fest: Seit Januar gab es im Rhein-Kreis 168 Personen, bei denen der Erreger dieser Brech-Durchfallerkrankung festgestellt wurde. Dies sind über 100 mehr bestätigte Fälle als im gleichen Zeitraum 2016.

Im vergangenen Jahr wurden dem Gesundheitsamt insgesamt 509 Fälle von Norovirusinfektionen mit Erregernachweis gemeldet. Damit lag diese Krankheit 2016 ganz vorn bei den Infektionen – das zeigt auch der Infektionsbericht, den das Kreis-Gesundheitsamt jetzt im Sozial- und Gesundheitsausschuss des Rhein-Kreises vorgelegt hat. „Insbesondere gegen Ende des Jahres gab es einen starken Anstieg bei diesen Brech-Durchfallerkrankungen in Kindergärten, Schulen und Seniorenheimen“, so Dörr wörtlich.

Er weiß, dass vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen die Gefahr einer Ansteckung groß ist und empfiehlt, erkrankte Kinder nicht zu früh wieder in den Kindergarten zu schicken. Darunter leide nicht nur das kranke Kind; auch für die anderen Mädchen und Jungen steige natürlich die Ansteckungsgefahr. Ein Medikament zur speziellen Bekämpfung der Noroviren gibt es nicht; deshalb ist Hygiene von besonderer Bedeutung – zum Beispiel häufiges und sorgfältiges Händewaschen.

Laut Infektionsstatistik ist die Zahl der MRSA-Erkrankungen von 61 im Jahr 2015 auf 51 im Vorjahr leicht gesunken. MRSA steht für „Methicillin-resistente Staphylokokkus aureus“ und bezeichnet Keime, die eine Multiresistenz gegen sehr viele Antibiotika aufweisen.

Mit einer Informationsoffensive im Rahmen des Euregio-Projektes „EurSaftety Health-net“ leistet der Rhein-Kreis Aufklärungsarbeit.

Seit 2016 bietet der Kreis online eine Infektionsstatistik an unter

www.rhein-kreis-neuss.de/infektionen

Interessierte erhalten hier laufend aktuelle Zahlen zu den Influenza- und Noroviren-Erkrankungen im Kreis ebenso wie zu Infektionen wie Salmonellose, Hepatitis, Tuberkulose und durch multiresistente Bakterien.

(Kurier-Verlag)