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Torfschicht bremst Stefan Pick aus: Baubeginn verschiebt sich in Januar

Torfschicht bremst Stefan Pick aus: Baubeginn verschiebt sich in Januar
Stefan Pick muss sein Projekt am Synagogenplatz tief gründen, um nicht „auf Torf“ zu bauen. Wie´s geht, erklärt er hier. FOTO: Fotos: Archiv
Grevenbroich. „Da vergräbst Du erst mal viel Geld in den Boden“, seufzt Stefan Pick. Seine „Pick Projekt“ wird den leer stehenden Flachbau am Synagogenplatz abreißen und nach nebenstehendem Modell dort ein neues Wohn- und Geschäftshaus bauen. Die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen signalisieren ganz klar: Der Baubeginn wird sich verzögern. „... die Bausubstanz soll ja auf Dauer gut sein!“ Von Gerhard Müller

Am Mittwoch, direkt nach neuerlichen Gesprächen mit den Genehmigungsstellen im Grevenbroicher Rathaus, sprach Bau-Unternehmer Stefan Pick mit dem Erft-Kurier. Dass ein so genannter „Baugrubenverbau“ (eine senkrechte Wandkonstruktion muss die Baugrube zu den Nachbargrundstücken hin sichern) erforderlich ist, konnte dabei nicht wirklich überraschen.

Die Bohrloch-Sondierungen aus diesem Frühsommer haben aber auch ergeben, dass genau 61 Baupfähle in den Untergrund eingebracht werden müssen. Diese „Tiefergründung“ ist notwendig, weil eine dicke Torfschicht zum festen Untergrund hin überwunden werden muss. Von der Bodenplatte aus gerechnet werden diese Pfähle eine Länge von fünf

bis acht Metern haben. Die seltene Bodenbeschaffenheit mache die Ausgangslage kompliziert; sein Unternehmen werde aber „in aller Gewissenhaftigkeit“ an die Detailplanung gehen.

Und die muss mit den Fachleuten der Genehmigungsbehörden en detail abgestimmt werden. „Jede einzelne Stelle, jeder einzelne Pfahl wird bewertet“, macht Stefan Pick deutlich.

Übrigens: Früher hat „Rheinbraun“ im gesamten Kernbereich der Stadt für das „Unterfangen“ der Neu-

bauten gesorgt. Heutzutage zahlt das RWE längst nichts mehr.

Stefan Pick hatte eigentlich für diesen Herbst mit dem Baubeginn geplant. „Vor Anfang des kommenden Jahres werden wir nicht loslegen können“, weiß er nun. Die Genehmigungsverfahren bis dahin über die Bühne zu bringen, dürfte schon sehr „engagiert“ sein. Selbstverständlich wird Pick das neue Haus am Synagogenplatz auch mit einer Wanne gegen demnächst wieder einmal ansteigendes Grundwasser ausstatten. Das habe er auch schon bei seinem Bauwerk

an der Ecke von Ostwall und „Zehnthof“ getan.

Wenn Mitte des Jahrhunderts der Braunkohle-Tagebau eingestellt wird, werde natürlich Stück für Stück auch das Grundwasser wieder ansteigen. Und dann soll der Neubau natürlich keine nassen Füße bekommen.

Es gebe, so Pick weiter, eine ganze Reihe potenzieller Mieter für das Prunkgebäude der Fußgängerzone. Mit ihnen sei aber noch nicht konkret verhandelt worden.

Gerhard Müller

(Kurier-Verlag)