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Feuerwehr steht hinter den Plänen des Bürgermeisters
Warum die SEG die Punktlandung bei acht Millionen schaffen kann

Feuerwehr steht hinter den Plänen des Bürgermeisters: Warum die SEG die Punktlandung bei acht Millionen schaffen kann
Diese Skizze legte das Rathaus in der jüngsten Sitzung des Rates vor. Detailplanungen soll es dagegen derzeit allerdings noch nicht geben. FOTO: Foto: Archiv
Grevenbroich. "Das hat er clever gemacht, der Bürgermeister. Das kann er für sich verbuchen." Dieses Lob an Klaus Krützen kommt von Wolfgang Kaiser, seines Zeichens Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion. Dabei geht es um den Neubau der Feuerwache, für die jetzt die SEG die Regie übernehmen soll. Von Gerhard Müller

Will man die Vorgeschichte hierzu aufdröseln, fliegen einem die Millionen nur so um die Ohren: Die noch zu Kwasny-Zeiten beauftragte "S3" aus Bremen hatte für den Umbau der Feuerwache am jetzigen Standort Kosten von elf Millionen berechnet. Erste Maßnahmen (zum Beispiel die nicht billige Verlagerung des Trafo-Häuschens) sind auch bereits vorgenommen worden.

Private Investoren hatten den Neubau nördlich des Industriegebietes-Ost durchgerechnet und hatten 8,5 Millionen (später dann auch ein "7, irgendwas") ermittelt. In diesem Betrag seien natürlich auch Gewinne für den privaten Investor einkalkuliert, betonen Klaus Krützen und Stadtkämmererin Monika Stirken-Hohmann gegenüber dem Erft-Kurier. Da die SEG diesen Gewinn nicht einspielen muss, kann sie – so die Überzeugung der beiden – mit fix gedeckelten acht Millionen Euro Baukosten auskommen.

Dabei spreche für die SEG nicht nur der Blick auf die prognostizierten Baukosten. Auch bei der Gesamtbelastung (hochgerechnet auf 30 Jahre) liege sie besser als die privaten Anbieter. Hier werden das Mietmodell, die Instandhaltung, die Abschreibungen und so weiter miteinberechnet. Fazit: Hier liegt die SEG bis zu 33 Prozent unter den Angeboten der Privaten.

Basis dieser Berechnungen ist eine Skizze des zweiten Privatinvestors. Monika Stirken-Hohmann: "Die Feuerwehr hat ein Bild, was für acht Millionen entstehen kann." Und Klaus Krützen ergänzt: "Wir bekommen keine ,Rumpfwache'. Die Feuerwehr steht hundertprozentig hinter unserem Konzept."

Daran zweifelt allerdings Carl Windler (UWG): Derzeit verfüge die Feuerwehr an der Fahrzeughalle über zwölf Tore. "Vier Wagen müssen draußen stehen. Jetzt kommt noch ein Kommandowagen dazu. Und laut Skizze hat die neue Halle 13 Tore." Wie das funktionieren solle, könne er noch nicht sehen.

Und weiter: "Mir kommen die Zahlen alle nicht verlässlich vor", so Windler. Dagegen verwehrt sich die SEG-Chefin natürlich energisch. Die "gedeckelten acht Millionen" würden auf jeden Fall eingehalten. "Wenn es aber teuerer wird, sitzen wir mit der Feuerwehr zusammen und fragen, was gestrichen werden kann", so Krützen engagiert.

Immerhin habe die SEG mit dem Bauhof und den dort eingeplanten 6,9 Millionen Baukosten eine Punktlandung hingelegt. Eigentlich hätte man die Vorgaben sogar noch unterschritten; dann allerdings hätte die Politik dem WGV-Geschäftsführer ein bisschen mehr an Bürofläche zugestanden ...

Bleibt die Sache mit der "S3", die damals mit der Komplettbaumaßnahme beauftragt wurde (üblich wäre ein Stufenvertrag gewesen, macht Wolfgang Kaiser deutlich). Und die nun auf Schadensersatz spekulieren dürfte. "500.000 Euro sind da in Sand gesetzt. Die sind weg. Und tschüss", ereifert sich CDU-Fraktions-Chef Wolfgang Kaiser.

Im Rathaus hofft man dagegen wohl, die "S3" über einen so genannten "Ersatzauftrag" im Boot halten zu können. Vorsichtshalber sind die Ausfallzahlungen in der Berechnung der 30-jährigen Gesamtbelastung schon einmal miteinbezogen ...

Gerhard Müller

(Kurier-Verlag)