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Die Top-Kurier Ortsvorstellung: Das sind jetzt unsere STADT-Teile
Aldenhoven: Der Ort in dem die Herren von Dyck gewohnt haben

Die Top-Kurier Ortsvorstellung: Das sind jetzt unsere STADT-Teile: Aldenhoven: Der Ort in dem die Herren von Dyck gewohnt haben
Anton Böhmer zeigt beim Rundgang durch Aldenhoven die Heilig-Geist-Kapelle und erklärt die Tradition des Weihnachtsbaums. FOTO: Fotos: Alina Gries/ pixabay
Aldenhoven. "Die Ortschaft Aldenhoven wird 1334 das erste Mal urkundlich erwähnt", weiß Anton Böhmer aus dem Jahrbuch vom Rhein-Kreis im Jahre 2008, "Conrad Herr zu Dyck und seine Gemahlin Rikarde haben zu diesem Zeitpunkt die Kaufurkunde unterzeichnet." Der Bezug nach Schloss Dyck ist nahe, sodass Vermutungen zufolge auch die Herren von Dyck vor der Errichtung des Schlosses in Aldenhoven an den drei Kastanien am Ortseingang gewohnt haben. Und auch die Arbeiter nutzen die Felder rund um Aldenhoven um zum Schloss zu gelangen. Laut des Jahrbuches habe es sogar in den Kellergewölben des Schlosses eine eigene Kegelbahn gegeben. Der Name der Ortschaft lässt sich aus der Bezeichnung "Alte Höfe" ableiten, so wurde Aldenhoven auch Alterhof genannt und bestand nur aus einem großen Bauernhof mit vielen Hektar Land. Von Alina Gries

Nun wird Aldenhoven von etwa 682 Einwohnern bewohnt. Anton Böhmer, amtierender Schützenkaiser und stellvertretender Brudermeister der Bruderschaft, ist einer von ihnen. Er wuchs in einem Mehrgenerationenhaus auf und weiß sogar noch um den Bestand der alten Schule.

FOTO: Alina Gries

Aus gelb wird mintfarben

FOTO: Alina Gries

"Ich bin 1970 hier eingeschult worden", erzählt Anton Böhmer, "bis Anfang der 80er hat es hier eine Schule gegeben, danach wurde ein Kindergarten daraus, ehe es jetzt als Versammlungs- oder Veranstaltungsraum genutzt wird." Friedrich Höning, nach dem auch die Höningstraße in Aldenhoven benannt wurde, hatte nach seinem Tod veranlasst, dass der bäuerliche Hof seiner Eltern als Schule für die armen Kinder des Dorfes genutzt werden sollte. "Die Schule soll im Frühjahr übrigens einen neuen Anstrich bekommen", verrät Böhmer, aus gelb wird dann mintfarben. Außerdem wird heute das Aldenhovener Nachtwächterhorn in der Alten Schule aufbewahrt (der Top-Kurier berichtete).

Es trägt die Inschrift "Anno 1801 Gemeinde Aldenhofen Deck". "Zu früherer Zeit hat es in Aldenhoven Nachtwächter gegeben", weiß Böhmer über die Ursprünge der Bruderschaft zu berichten, "damals wurden die Dörfer geplündert, sodass die Nachtwächter die Einwohner mit einem lauten Horn gewarnt haben." Seit mehr als 500 Jahren existiert die "St. Sebastianus"-Bruderschaft nun schon in Aldenhoven.

Förderverein für die Heilig_Geist-Kapelle gegründet

"Damals setzte sie sich aus Aldenhoven, Damm, Bedburdyck, Stessen, Rath und Wallrath zusammen", erklärt der selbstständige Malermeister, "damals wurde das Schützenfest auch immer auf Schloss Dyck gefeiert. Durch die Kriegswirren ist das aber alles durcheinander geraten." Heute prägen eigene Schützenvereine oder Dorfgemeinschaften die einzelnen Ortschaften, nur Aldenhoven ist der Bruderschaft treu geblieben. Auch einen Männerchor hat es in Aldenhoven gegeben. Der MGV Eintracht Aldenhoven, hat mit Hoppers und Garzweiler über Jahre eine Kooperation bildet. Aus Mangel an Sängern haben wir diesen aber in Aldenhoven 2015 aufgelöst", bedauert Böhmer, der sowohl Vorsitzender als auch Geschäftsführer des Chores gewesen ist.

Lediglich ein Frauenchor unter der Leitung von Christiane Fuhrmann gebe es noch. Aus dem Männerchor einen gemischten Chor zu machen sei damals aber seitens der Herren nicht in Frage gekommen. Seine Kinderkommunion feierte der 53-Jährige in der Heilig-Geist-Kapelle für die sich in diesem Jahr ein neuer Förderverein gegründet hat. Das erste große Projekt soll die Erneuerung der Wege zur Kirche sein wofür noch Spender gesucht werden. Bereits Ende September 1958 wurde die Kapelle eingeweiht, durch die Schwingungen der Glocke auf dem Dach, entstand jedoch ein erheblicher Schaden des Dachstuhls, sodass sich seit 16 Jahren ein separater Glockenstuhl vor der Kapelle befindet. Den Weihnachtsbaum unmittelbar vor der Kapelle stellt übrigens traditionell seit 31 Jahren der Jägerzug "Frohe Runde" auf, in dem Böhmer Mitglied ist. Im Vorraum der Kapelle befindet sich eine Gedenktafel mit den Namen der Gefallenen aus den letzten beiden Kriegen.

Weiher ist wegen Absenkung des Grundwassers nicht mehr da

 Aber auch andere Gebäude oder Geschichten rühmen sich um die Historie Aldenhovens. So habe es dem Jahrbuch zufolge 1886 sogar eine Krautfabrik gegeben, die von Johann Engels errichtet wurde. 

"Und die schmalen Türen, die sich neben einzelnen Häuser befanden, weisen auf eine frühere Brandschutzgasse hin", so Böhmer weiter. 
Des Weiteren habe es früher sogar einen alten Weiher gegeben auf dem die Kinder im Sommer mit einem Floß paddelten und im Winter Schlittschuh laufen gingen. Dort hat Böhmer Schlittschuh laufen gelernt. Wegen der Absenkung des Grundwassers ist das Highlight im Dorf allerdings verloren gegangen. Auch sehr bekannt ist die Dycker Mühle in der Nähe von Aldenhoven. Auf Nachfrage bei der Gemeinde ist dazu aber leider nicht sehr viel bekannt.

 

(Kurier-Verlag)