| 15.42 Uhr

Bürgerschützenverein gegen den Abriss des Jugendheims

Bürgerschützenverein gegen den Abriss des Jugendheims
Sehr engagiert zeigt sich Ralf Kriesemer, Schützenpräsident. Hier bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung mit Jugendamtsleiterin Marion Klein im Juli 2016. FOTO: Symbolfoto: Alina Gries
Gierath. Mit der Überlegung der Pfarre, dass Jugendheim in Gierath abzureißen und dort 16 Doppelhaushälften mit Gärten und Garagen für junge Familien zu errichten, hat Josef Figalist, Vorsitzender des Fördervereins der Gemeinde und Mitglied des Kirchenvorstandes, einen Stein ins Rollen gebracht. Einen ziemlich großen. Von Alina Gries

„Das hat in der Ortschaft ziemliche Unruhe verbreitet“, weiß Schützenpräsident Ralf Kriesemer, „die Bürger befürchten, dass es in Gierath über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren keinen Treffpunkt für Versammlungen mehr geben wird.“ Das sei jedoch nicht die Absicht der Kirche. „Das Jugendheim ist im Unterhalt zu teuer“, bekräftigt Figalist seine Aussage – 20.000 Euro koste das pro Jahr, „wir haben uns überlegt das Pfarrhaus in ein neues Jugendheim umzubauen. Die Räumlichkeiten sollen eins zu eins umgesetzt werden und genau so nutzbar sein wie das alte.“ Und erst, wenn das Pfarrhaus zu einem neue Jugendheim umfunktioniert sei, sei die Überlegung das alte Jugendheim abzureißen. „Wir hatten das schon immer wieder überlegt, aber es ist immer etwas dazwischen gekommen“, so Figalist. Zuletzt seien Flüchtlinge in das Pfarrhaus gezogen – denen wurde aber zum Ende des Monats gekündigt. 16 Häuser für junge Familien könnten dann Figalist Vorstellungen zufolge auf dem Gelände des alten Jugendamts entstehen. „Der Kindergarten liegt direkt daneben und die Grundschule auch nur ein paar Meter entfernt“, meint er, „idealer kann es nicht sein.“ Doch, ob dieser Plan genehmigt werde, sei er sich nicht sicher. „Die vorgelegten Planungen gehen über das hinaus, was der Flächennutzungsplan hergibt“, erklärt Pressesprecher Norbert Wolf auf Anfrage der Redaktion. Im Ausschuss sei dies noch nicht besprochen worden und müsse auch erst politisch beraten werden. Ein Bebauungsplan liege ebenfalls noch nicht vor. Und Bürgermeister Harald Zillikens bekräftigt: „Der Flächennutzungsplan der Gemeinde weist seit 1999 den hinteren Teil des Grundstücks als Grünfläche aus. Der vordere Bereich darf schon seit Jahren Straßenbegleitend bebaut werden. Wenn die Kirchengemeinde eine Tiefenbebauung, eventuell mit einer Stichstraße, beantragen würde, müsste die Ausweisung als Grünfläche im Flächennutzungsplan geändert werden und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Beides müsste mit Mehrheit durch den Planungsausschuss und den Rat der Gemeinde beschlossen werden.“ Bürgerschützenpräsident Kriesemer sieht die Überlegungen von Figalist aber kritisch. „Würde der Saal am Pfarrhaus nach hinten gebaut werden, würden wir auf dem Friedhof feiern. Wird er vor das Pfarrhaus gelegt, muss einiges an Baumbestand gefällt werden.“ Zudem sei dann ein denkmalgeschütztes Gebäude verdeckt. In der erweiterten Vorstandssitzung des Bürgerschützenvereins wurde einstimmig beschlossen, dass sich der BSV aktiv um eine Rolle als Gesprächspartner gegenüber der Kirche, der Gemeinde und der Politik bemühen solle, damit die Interessen der Bürger des Doppeldorfes Gehör finden – quasi als Vorsorge. So käme für den BSV auch die Übernahme des Jugendheims als Trägerverein in Betracht. Die SG Gierath sei schließlich auch der Trägerverein der Dreifachhalle. „Wir können nur unsere Ideen in die Überlegungen einbringen, wenn man mit uns spricht,“ betont er, „wenn man in die Ortschaften schaut, befindet sich für die Bürger überall die Möglichkeit sich versammeln zu können“, sagt er, „wenn unser Jugendheim abgerissen werden würde, wären wir die einzigen die diese Möglichkeit nicht hätten.“

Alina Gries

(Kurier-Verlag)