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Arbeit vom Asylkreis wird wieder anerkannt
Beschaffung von Wohnraum ist ein Problem

Arbeit vom Asylkreis wird wieder anerkannt: Beschaffung von Wohnraum ist ein Problem
Rolf Heimann (zweiter von rechts) freut sich über die Anerkennungsurkunde. FOTO: Foto: Rhein-Kries
Hochneukirch. "Die Anerkennungsurkunde zu bekommen war ein sehr gutes Gefühl", berichtet Rolf Heimann vom Asylkreis Hochneukirch, "bei der Überreichung hat man noch einmal gesehen, wie viel zur Integration im Rhein-Kreis stattfindet. Das gibt Mut und vielleicht kann man die Ideen anderer übernehmen. Ich hoffe, wir konnten auch Ideen weitergeben." Seit der Gründung vor zwei Jahren wurde der Asylkreis bereits schon zum zweiten Mal mit der Anerkennungsurkunde ausgezeichnet. Von Alina Gries

"Ich bin stolz, dass auch dieses Projekt wiederum prämiert wurde. Die durch den Asylkreis Hochneukirch angebotenen Hilfen sind notwendig, um die Flüchtlinge in Jüchen aufzunehmen und zu integrieren", so Bürgermeister Harald Zillikens, "durch die Auszeichnung wird die Anerkennung für die Vielzahl an Leistungen gewürdigt. Der Asylkreis setzt sich in hervorragender Weise für das Miteinander der Kulturen ein".

Seit 2010 wird der Integrationspreis im Rhein-Kreis verliehen. In diesem Jahr stand der Preis unter dem Motto "Integration im Rhein-Kreis: Vielfalt bewegt!"

Unter den insgesamt 18 Wettbewerbsbeiträgen wurden Geldpreise für die ersten drei Plätze sowie 15 Anerkennungsurkunden vergeben.

Unterstützt werden Projekte, die die Vielfalt und ein gleichberechtigtes und friedliches Miteinander in der Gesellschaft sowie gegenseitige Anerkennung, Toleranz und Verständigung fördern. Damit soll ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Extremismus gesetzt werden.

Nach dem Zustrom von Flüchtlingen vor zwei Jahren gründete sich der Asylkreis Hochneukirch.

"Ich persönlich hatte zu der Zeit ein Ehrenamt gesucht und ich bleibe auch dabei", so Heimann. Mit 20 anderen Ehrenamtlern betreut und begleitet er die Flüchtlinge in der Gemeinde bei Arzt- und Behördenbesuchen, aber auch bei der Wohnungssuche.

"Das ist das allergrößte Problem", meint Heimann, "die Beschaffung von Wohnraum. Viele müssen nach der Anerkennung die Flüchtlingsunterkünfte verlassen, haben aber eine Residenzpflicht.

Das heißt, sie müssen in der Gemeinde bleiben. Auf dem Dorf gibt es aber nicht genügend Wohnungen." Gerade für Alleinstehende Flüchtlinge sei das schwierig. 207 Asylbewerber (Anerkannte, im Asylverfahren und auch abgelehnte Asylbewerber) leben in Gemeindeeigenen Unterkünften oder in durch die Gemeinde angemieteten Wohnungen.

83 davon in

in Hochneukirch. "Wer die Möglichkeit einer Wohnung hat, kann sich gerne bei uns melden", bittet Heimann dringlich.

Das Jobcenter berge auch für die Kaution. Denn 102 anerkannte Asylbewerber im Gemeindegebiet wohnen in einer selbst angemieteten Wohnung.

"Wir bieten auch einen niederschwelligen Deutschkurs an", erzählt Heimann weiter, "das betrifft vor allem die Flüchtlinge mit einem Duldungsstatus, die keinen Integrationskurs vom Jobcenter zugewiesen bekommen." Zudem gebe es jeden Dienstag von 17 bis 19 Uhr die Möglichkeit des "Basement Clubs" im Keller der evangelischen Kirche.

"Da kommt man miteinander ins Gespräch und tauscht sich aus", erklärt er, "dazu sind alle Bürger eingeladen. Da reicht es schon, wenn zusammen Billard gespielt wird. Das sagen auch die Flüchtlinge."

Auch die Spende von alten Fahrrädern begrüßt der Asylkreis.

"Das Problem dabei ist nur, dass die Person, die unsere Fahrräder repariert hat ausgefallen ist", erklärt Heimann. Deswegen werden nicht nur alte Fahrräder benötigt, sondern auch jemand, der sie repariert. "Wir haben auch schon versucht eine Kooperation mit dem ,Reparatur Café' in die Gänge zu leiten.

Dadurch, dass sie nach dem festgesetzten Termin, die Räumlichkeiten aber immer verlassen müssen, ist eine Fahrradwerkstatt sehr schwierig." Ein Kinderfahrrad konnte aber bereits repariert werden.

Alina Gries

(Kurier-Verlag)