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Das „grüne Band“ soll nicht nur Bienen und Schmetterlinge locken

Das „grüne Band“ soll nicht nur Bienen und Schmetterlinge locken
Die Deckschicht für den ersten Baustein des „Grünen Bandes“ wird mit Fertiger aufgetragen. FOTO: Foto: SJü
Jüchen. Südlich von Jüchen, in der Nähe des Vielheckerhofes, wird derzeit in Zusammenarbeit zwischen dem „Zweckverband Tagebaufolge(n)landschaft Garzweiler“, RWE Power und der Stadt Jüchen ein landschaftspflegerisches Initialprojekt als erster Baustein für das „Grüne Band“ umgesetzt. Dieses soll den Tagebau Garzweiler umschließen und verschiedene Landschaftselemente sowohl miteinander vernetzen als auch touristisch erschließen. Gleichzeitig soll es den Übergang zur großflächigen Rekultivierung markieren. Von Gerhard Müller

Hierfür wird eine ca. 4.000 Quadratmeter große, zwischen der Grubenrandstraße und der Tagebaukante gelegene Brachfläche so gestaltet, dass sie den unterschiedlichsten Tieren und Pflanzen einen artgerechten Lebensraum bieten kann. „Aufgrund ihrer Bodenstrukturen bietet die ausgewählte Fläche auf kleinem Raum ein hohes Entwicklungspotenzial und lässt sich mit überschaubarem Aufwand im Sinne des Natur- und Artenschutzes anreichern“, so die Einschätzung von Stadtsprecher Norbert Wolf.

Im Detail werden auf der Fläche nachstehende typische Lebensraumelemente geschaffen:

Eine artenreiche Blühwiese als Habitat für Bienen, Schmetterlinge, Käfer, Spinnen und Vögel liegt neben einer Feuchtwiese mit temporären Tümpeln als Habitat für Amphibien.

Hinzukommen Obstbäume und Wildstrauchhecken als Habitat für Vögel, Kleinsäuger, Fledermäuse und Insekten. Zudem sind Nisthügel aus Lösslehm zur Förderung von Wildbienen eingeplant.

Steinhaufen und Totholzhaufen sollen als Habitat für Reptilien, Kleinsäuger und sonstige Wärme liebende Arten dienen. Auch ein „ Insektenhotel“ als Nist- und Überwinterungshilfe steht im Plan.

Die Neugestaltung verfolgt das Ziel, die Vielfalt von Fauna und Flora („Biodiversität“) zu erhöhen und in Anbetracht des Besorgnis erregenden Insektenrückgangs ein Signal zu setzen. „Vor allem die auf besondere Standortbedingungen spezialisierten Arten können eine neue Heimat finden und später von hier aus die in der Nachbarschaft sukzessiv entstehenden Rekultivierungsflächen des Tagebaus besiedeln“, hofft Norbert Wolf.

Ein bequem zu begehender Fußweg wird die Artenschutzfläche von der Jülicher Straße aus erschließen. Sitzgelegenheiten sollen die Besucher zum Verweilen einladen, eine Informationstafel wird zudem über die ökologische Bedeutung und Vielfalt der dargestellten Lebensraumelemente informieren.

Die Einweihung ist Anfang Mai geplant. Danach wird das Areal für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, wenn die neu gepflanzten Gehölze ausgetrieben und die Kräuter- und Wiesenansaaten sichtbar sind.

-ekG.

(Kurier-Verlag)