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Menschen in Jüchen
„Gottes Gegenwart gerade auch in Barcelona gespürt“

Menschen in Jüchen: „Gottes Gegenwart gerade auch in Barcelona gespürt“
FOTO: privat
Kelzenberg. "JC" – ein Treffpunkt für Jugendliche, bei dem sich alles um "Jesus Christus" dreht. Hier treffen sich 40 bis 50 Jugendliche  jeden Mittwoch im Gemeindehaus, um unter anderem über Gott und den Glauben zu sprechen. Dieser wurde vor allem nach der Ferienfreizeit und den Terroranschlägen in Barcelona, noch einmal gefestigt. Von Alina Gries

"Im ,JC‘ erleben wir eine Gemeinschaft , wie wir sie sonst nicht erleben", berichtet ein Teilnehmer.  Ein weiteres Ziel des Teams: "Wir wollen, dass sich Jugendliche bei uns eingeladen, angenommen und gesehen fühlen", erklärt eine Mitarbeiterin, "Wir möchten ihnen Jesus lieb machen und einen Glauben vorleben, der sich in ihrem  ganzen Leben bemerkbar macht."

Das Mitarbeiterteam um Katharina Kämpken besteht aus etwa 13 Leuten im Alter von 17 bis 50 Jahren. Dabei zählt aber vor allem eines: Die Leiter selbst müssen eine Beziehung zu Jesus haben. Daher ist das Team eines, dem es am Herzen liegt, den Glauben zu teilen und zuverlässige Begleiter für die Jugendlichen zu sein. Die Jugendlichen binden Gott auf unterschiedliche Weise in ihren Alltag ein. Der eine trägt ein Armband, der andere hört christliche Musik und wieder ein anderer Teilnehmer versendet Bibelverse an seine Freunde.

Auch nach dem Terroranschlag in Barcelona, den einige der Jugendlichen hautnah miterleben mussten, haben sich "viele Teilnehmer besonders von Gott bewahrt gefühlt und deutlich gemerkt, dass er auch in dieser schrecklichen Situation bei ihnen war", erzählt eine Mitarbeiterin.

Viele Teilnehmer können nicht nachvollziehen, warum der eine oder andere die "JC"-Gemeinschaft als Sekte beschimpft. "Die Familie von meinem Vater war einmal in einer Sekte. Ich kenne den Unterschied ziemlich gut. Und wir sind sicher keine", findet daher auch ein Jugendlicher klare Worte. Andere Teilnehmer finden die Bemerkung und Anschuldigung eher nervig als störend. "Wenn die Leute das hier nicht kennen, warum erlauben die sich ein Urteil? Nur, weil wir an Gott glauben, sind wir keine Sekte", meint daher auch ein anderer in der Kelzenberger Runde.

"Früher bestand die Jugendarbeit aus unterschiedlichen Jugendkreisen für bestimmte Altersgruppen, die sich an unterschiedlichen Tagen getroffen haben", so Katharina Kämpken, "dann entstand beim damaligen Jugendleiter die Vision für das ,JC‘, das in seiner Grundform seit 2003 besteht, sich aber im Laufe der Zeit immer wieder neu an den Bedürfnisse und Interessen der Jugendlichen ausrichtet."  Etwa einmal im Monat findet ein "JC-Event" statt, bei dem sich alle Teilnehmer  treffen, um - ähnlich wie bei einem Jugendgottesdienst - eine Predigt zu hören, zusammen zu singen und zu beten.

An den anderen Mittwochen treffen sich die Teilnehmer mit den Mitarbeitern in festen Kleingruppen. "Dort reden wir zum Beispiel über das Thema des Events, tauschen uns über Dinge aus, die uns beschäftigen. Und über unseren Glauben und unsere Zweifel. Manchmal treffen wir uns auch bei jemandem zu Hause oder unternehmen etwas zusammen oder gestalten einen besonderen Abend, wie beispielsweise einen Casinoabend, ein Sommerfest oder Geländespiel", erklärt ein Mitarbeiter, "jeden Mittwoch schließen wir alle zusammen mit einer gemeinsamen Andacht in der Kirche ab. Danach lassen wir den Abend gemütlich zusammen im ,J-Cafe‘ mit leckeren Snacks und - bei gutem Wetter- mit Volleyball oder anderem ausklingen. Wir sind keine ,geschlossene Gesellschaft‘, wo man irgendetwas Bestimmtes glauben muss. Wir freuen uns über jeden, der das ,JC‘ kennen lernen und mal reinschnuppern will.