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Jüchen wird Stadt
Harald Zillikens blickt auf das nächste Jahr

Jüchen wird Stadt: Harald Zillikens blickt auf das nächste Jahr
Bürgermeister Harald Zillikens stellt auch im nächsten Jahr das Wort „Heimat“ an oberster Stelle. FOTO: Foto: Gemeinde Jüchen
Jüchen. [...] Heimat hat viel mit Vertrautem zu tun. Die Ortsteile unserer Heimatgemeinde bieten gerade wegen ihrer Unterschiedlichkeit, ihrer Individualität und ihres eigenständigen Charakters unseren Bürgerinnen und Bürgern Heimat und Geborgenheit. Von Alina Gries

Wenn wir die Gestaltung und Entwicklung unserer Gemeinde ab dem nächsten Jahr als Stadt weiter vorantreiben, soll und wird sich daran nichts ändern. Als künftige 'mittlere kreisangehörige Stadt‘ übernehmen Rat und Verwaltung zusätzliche Aufgaben, für die bisher der Rhein-Kreis zuständig war.

Das sind insbesondere die Bauaufsichtsbehörde und die Verkehrslenkung. Damit haben wir, so hat es auch unsere Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, Ina Scharrenbach, in ihrer Genehmigung formuliert, "die Möglichkeit, Ihre Heimat noch bürgernäher und bürgerfreundlicher zu gestalten". Die organisatorischen Vorbereitungen sind fast abgeschlossen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den neuen Mitarbeitern, die ihre Büros zum Jahreswechsel im Rathaus beziehen werden.

Im neuen Jahr werden wir weiter an der Aktivierung unserer Wohnbauflächenreserven arbeiten. Erfreulicherweise werden durch private Investoren derzeit an zahlreichen Stellen im Gemeindegebiet Mehrfamilienhäuser geplant und gebaut. Eine willkommene Entspannung des Wohnungsmarktes, nicht nur für unsere Gemeinde.

Wir werden weiter in unsere Kindertagesstätten und Schulen investieren. Im neuen Jahr werden wir mit dem Bau der vierten und fünften Gruppe am Montessori-Kindergarten an der Bahnstraße in Otzenrath beginnen. Wegen der stetig steigenden Kinderzahlen, insbesondere im westlichen Gemeindegebiet, werden wir uns auch mit dem Ausbau der Grundschulen in diesem Bereich beschäftigen. Ob durch den Landesgesetzgeber weitere Anforderungen, Stichwort 'Neues Kinderbildungsgesetz‘, auf uns zukommen, bleibt abzuwarten.

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, Sie verfolgen sicher genauso wie ich die Geschehnisse rund um die drei Tagebaue im Rheinischen Revier. Dass wir (aber nicht nur wir!) aus Gründen des Umweltschutzes aus der Verbrennung von Kohle aussteigen müssen, ist unbestritten. [...]

Anfang Februar wird die sogenannte "Strukturkommission" ihre Empfehlungen an die Bundesregierung abgeben. Die Bundesregierung und in Folge die für die Braunkohlenplanung zuständige Landesregierung in NRW müssen dann einen Weg zur Umsetzung aufzeigen. Ich will an dieser Stelle die Themen "Sicherheit der Energieversorgung" und "Bezahlbarkeit von Strom" nicht vertiefen. Aber die uns in Jüchen betreffenden Themen "Strukturwandel" und "Rekultivierung" müssen angesprochen werden, weil sie uns unmittelbar und über viele Jahre, respektive Jahrzehnte, betreffen werden. In das "uns" schließe ich die Mitarbeiter von RWE, den Partnerfirmen und deren Familien ausdrücklich mit ein. Unternehmen, Arbeitnehmer und auch die Gemeinde Jüchen müssen sich auf politische Beschlüsse auch langfristig verlassen können. Die Umsetzung der Leitenscheidung der Landesregierung in NRW, den Tagebau Garzweiler über eine Mengenreduzierung zu verkleinern, wurde erst vor zwei Jahren getroffen. Sollten Bund und Land jetzt beschließen, den Tagebau Garzweiler deutlich früher zu beenden, wird das spürbare Auswirkungen haben. Damit Jüchen mit den Nachbarstädten den Strukturwandel in der Region zeitnah mitgestalten kann, benötigen wir die Ausweisung einer Sonderplanungszone, um Planungsschritte schneller umsetzen zu können und zusätzlich erhebliche finanzielle Unterstützung.

Jahrzehntelang wurden und werden weite Teile des Gemeindegebiets für die Kohlegewinnung in Anspruch genommen, um sichere und bezahlbare Energie für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu erzeugen. Daraus leite ich einen unveränderlichen Anspruch auf eine vollständige Rekultivierung unseres Gemeindegebietes im geplanten Zeitrahmen und entsprechend heutiger Anforderungen ab. Das beinhaltet ausdrücklich auch die Wiederherstellung der Verkehrswege, insbesondere die Wiederherstellung der A 61, um die Lärmbelastung, die von der A 46 und A 44 n ausgeht, für Hochneukirch und Jüchen merklich zu reduzieren.

Sehr geehrte Mitbürgerinnen, sehr geehrte Mitbürger, auch wenn wir im nächsten Jahr wieder vor ernsten Aufgaben stehen, sollte uns dies nicht davon abhalten, mit Optimismus und Freude in das neue Jahr zu gehen. Ein ganz herzliches "Danke" für ihren Einsatz und die gute Zusammenarbeit im abgelaufenem Jahr sage ich den vielen ehrenamtlich Tätigen in Vereinen und Verbänden, in Kirchen, unserer Freiwilligen Feuerwehr, in den Rettungsdiensten, im sozialen und kulturellen Bereich, im Sport und in den Parteien.

Ihr

Harald Zillikens

Bürgermeister

(Kurier-Verlag)