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Platt - Deutsch
Mit einem Wörterbuch Dialekt lernen

Platt - Deutsch: Mit einem Wörterbuch Dialekt lernen
Der Geschichtskreis der Dorfgemeinschaft Otzenrath/Spenrath veröffentlicht ein Wörterbuch auf Utzerather Platt.
Otzenrath. Nach derzeitigem Stand ist das Wort "verbuggt", was so viel bedeutet wie voller Fehler, das Jugendwort des Jahres 2018. "I bims" für "Ich bin es" war das Jugendwort im vergangenen Jahr. Die Umgangssprache gewinnt bei den Jugendlichen immer mehr an Bedeutung, während Plattdeutsch immer mehr daran verliert. Genau aus diesem Grund hat der Geschichtskreis Otzenrath/Spenrath jetzt ein Wörterbuch zusammengestellt, das Anfang Dezember erscheinen soll. Von Alina Gries

"Sprööz" ist eine Gießkanne, "Honk" eine Blattsäge und auch Hund zugleich, "Rief" eine Reibe und "Abtritt" eine Toilette. "Plattdeutsch stirbt langsam aus, deswegen lag uns das Projekt so sehr am Herzen", erzählt Gert Behr vom Geschichtskreis der Dorfgemeinschaft Otzenrath/Spenrath.

Stolz blickt der Verein nach fast sieben Jahren harter Arbeit auf ein Wörterbuch mit "Utzerather Platt" und der dazugehörigen deutschen Übersetzung. "Von viel Arbeit darf man hier eigentlich nicht reden, es ist ein Hobby", betont Behr. Schnell war das Dormagener Mundartarchiv von dem Projekt des Vereins angetan, Anfang Dezember soll das Wörterbuch erscheinen und kann für 15 Euro gekauft werden. Auf 150 Seiten haben die sieben Mitglieder Wörter auf Platt von A bis Z zusammengetragen. Wie sich herausstellt, gar keine so leichte Aufgabe. "Es wird zwar gesprochen, aber sowohl das Lesen als auch das Schreiben von Plattdeutsch ist sehr schwierig", überlegt Behr. Nicht einmal der Duden hat ein Buch mit der Rechtschreibung von Plattdeutsch herausgebracht. Schnell wird den Geschichtskreislern klar: Viele Buchstaben, wie beispielsweise der Buchstabe "G", gibt es im Plattdeutschen gar nicht. "Uns war es wichtig, das Wörterbuch nicht nur mit einer reinen Übersetzung zu gestalten, sondern auch eine Erläuterung hinzuzufügen", erzählt Konrad Eickels. Dabei unterscheidet sich das "Utzerather Platt" gar nicht mit denen in der Gemeinde. Aber auch Fotos sollen die Wörter noch einmal näher beschreiben. "Ich habe einige Bilder im Hausmuseum von Inge Broska aufgenommen", erzählt Behr, aber auch Fotos aus den früheren Ortschaften sind zu sehen. Dadurch lerne man nicht nur Platt, sondern auch alte Gegenstände.

Alina Gries

(Kurier-Verlag)