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Nach Wohnungseinbruch
Whats-App-Gruppe soll helfen

Nach Wohnungseinbruch: Whats-App-Gruppe soll helfen
FOTO: Tim Reckmann / pixelio.de
Gierath. "Anfang Februar hat es einen konkreten Einbruch gegeben. Weil dieser Vorfall von mehreren Personen mit erlebt wurde, hat sich eine Bürgergruppe in Form einer Whats-App-Gruppe gegründet", berichtet Christian Schmitz. Von Alina Gries

Er selber hatte die Täter noch verfolgen können. "Ich habe mitbekommen, wie sie von meiner Garage runter gesprungen sind, und bin hinterher gelaufen." Jedoch ohne Erfolg. "Die Täter waren zu schnell und haben Zäune überwunden." Schmitz Mut ist für die Polizei eine große Hilfe. Das bestätigt Polizeisprecherin Diane: "In dem angefragten Einbruch dauern sowohl Ermittlungen als auch Spurenauswertung noch an. Die Zeugen haben wichtige Beobachtungen gemacht und sich nach einer ersten Einschätzung der Polizei richtig verhalten." So beobachteten aufmerksame Nachbarn am 1. Februar, gegen 19.30 Uhr, zwei vermeintliche Einbrecher auf der Straße "An der Hecke". Das Duo sei kurz zuvor in eine Doppelhaushälfte eingedrungen und hatte diese erfolgreich nach Wertsachen (Schmuck) durchsucht. Als die Diebe bemerkten, dass sie offensichtlich entdeckt wurden, gaben sie Fersengeld und sprinteten über das Garagendach in Richtung Bedburdycker Straße.

30 bis 40 Anwohner tauschen sich derzeit in einer Whats-App-Gruppe über fremde Fahrzeuge oder Personen aus. "Auch Jäger sind in der Gruppe aktiv. Sie sind zu absurden Zeiten unterwegs und können vielleicht etwas beobachten, was zu dieser Uhrzeit nicht typisch ist", so Schmitz weiter.

Polizei begrüßt nachbarschaftliches Engagement

Die Polizei begrüßt eine solche intakte Nachbarschaft. "Die Polizei ruft regelmäßig dazu auf, verdächtige Beobachtungen der Polizei mitzuteilen. Hierbei ist es wichtig, sich sofort (über 110) zu melden und die Beobachtungen möglichst genau zu schildern. [...] Fotos von verdächtigen Personen oder Fahrzeugen können grundsätzlich hilfreich und gute Ermittlungsansätze sein, wir bitten jedoch darum, sich unmittelbar telefonisch an die Polizei zu wenden, damit wir sofort klären können, ob die verdächtigen Beobachtungen im Zusammenhang mit einer Straftat stehen", so Polizeisprecherin Drawe, "ergänzend rufen wir dazu auf, wachsam zu sein. In einer intakten Nachbarschaft haben Betrüger und Diebe kaum eine Chance. Wir begrüßen also nachbarschaftliches Engagement. Wir warnen allerdings davor, sich selbst in Gefahr zu bringen oder Selbstjustiz zu üben. Sofern uns von Zeugen Fotos oder Videos zur Verfügung gestellt werden, prüfen wir, ob eine Veröffentlichung der Aufnahmen bei den Ermittlungen helfen kann. [...]"

Während es im Jahre 2015 noch 92 Fälle von Wohnungseinbrüchen gegeben hat, ist die Anzahl 2016 auf 72 gesunken. "Nach dem erfreulichen Rückgang der Fallzahlen im Jahr 2016 rechnen wir auch für das Jahr 2017 mit einem weiteren Rückgang der Wohnungseinbrüche in der Gemeinde Jüchen."

Schmitz plant eine Info-Veranstaltung in Gierath

Die Gesamtzahlen des Rhein-Kreises für das Jahr 2017 werden im März bekannt gegeben. Christian Schmitz grenzt die Bürgergruppe aber von der "Bürgerwehr" ab. Diese hatte sich vergangenes Jahr ebenfalls wegen der Einbruchssituation gegründet und auch wieder aufgelöst (der Top-Kurier berichtete). "Bei der ,Bürgerwehr' ging es um Abwehr, wir wollen die Gruppe in den Alltag integrieren. Das heißt, meine persönlichen Infos mit den anderen teilen."

Derzeit würden aber keine neuen Personen in der Gruppe aufgenommen werden. "Sonst wird das ein reiner Stadtkanal und der Gedanke dahinter geht verloren." Für die Zukunft plane Schmitz eine Informationsveranstaltung, um die Bürger in Gierath auf die Einbruchssituation aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren.

 

(Kurier-Verlag)