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Aldenhovener Kleinod soll jetzt von der Bruderschaft bewahrt werden
Oberlehrer Hellmich nahm das Horn mit – Enkel-Generation gibt es zurück

Aldenhovener Kleinod soll jetzt von der Bruderschaft bewahrt werden: Oberlehrer Hellmich nahm das Horn mit – Enkel-Generation gibt es zurück
Das Aldehovener Nachtwächter kehrt nach über hundert Jahren in seinen „Heimatort“ zurück. Drei Frauen machten es möglich.
Aldenhoven. Mit dem "Aldenhovener Kleinod" ist das letzte Nachtwächterhorn des Dorfes gemeint. Dieses Horn ist mit der Inschrift "Gemeinde Aldenhofen H Der Deck Anno 1801" gekennzeichnet und wäre damit 217 Jahre alt. Von Gerhard Müller

Was das "H Der Deck" genau bedeutet, darüber sollen sich vielleicht besser Historiker den Kopf zerbrechen. "Deck" müsste aber sicherlich auf "Dyck" zu beziehen sein, so dass klar wird, dass es sich um das Horn aus Aldenhoven bei Dyck handelt.

In früheren Zeiten wurde das Horn bei akuter Gefahr wie zum Beispiel einer Feuersbrunst oder einem Überfall wahrscheinlich von einem dazu bestimmten, vielleicht auch bezahlten Nachtwächter geblasen.

"Wenn man nur in das Horn hineinbläst, hört man nichts. Aber wenn man dabei einen Ton mitbläst, wird es schon recht laut, aber möglicherweise fehlt ein Mundstück", überlegt Luise Pfeiffer. Die Aldenhovenerin machte sich stark für das besagte Kleinod. Aufbewahrt wurde es im Lehrerzimmer der alten Schule in Aldenhoven. Oberlehrer Theodor Hellmich, der von 1891 insgesamt 16 Jahre an der Aldenhovener Schule unterrichtete, hat bei seinem Weggang aus Aldenhoven 1907 das Nachtwächterhorn, das nicht mehr gebraucht wurde, als Geschenk mitgenommen.

Nach einer kurzen Zeit in Lank an der dortigen Schule wechselte er dann nochmals die Lehrerstelle nach Büderich, wo er dann nochmals 16 Jahre als Lehrer, später als Rektor tätig war.

Er war wohl recht beliebt und wohlangesehen, so dass ihm zu Ehren in Büderich eine Straße im Ortskern nach ihm benannt wurde.

Theodor Hellmich ist 87 Jahre alt geworden und hat bis ins hohe Rentenalter auch über seine Zeit als Lehrer in Aldenhoven berichtet. Er hatte auch eine besondere Beziehung zu unserem Dorf, schon deshalb, weil er die Bauerntochter Sophia Moll aus Aldenhoven 1890 geheiratet hatte. Diese Ehe wurde mit elf Kindern gesegnet.

Nach seinem Tod nahm sein Sohn Franz das Nachtwächterhorn in seine Obhut und hat es weiter in Ehren gehalten. Dessen Sohn Klaus Hellmich und Ehefrau haben es dann liebevoll in ihrem Domizil in Büderich platziert und behütet.

Nach dem kürzlichen Tod von Klaus Hellmich möchte seine Ehefrau nun, dass das Horn wieder an seinen Ursprungsort Aldenhoven zurückkommt und dort einen würdigen Platz erhält. Das historische Nachtwächterhorn Aldenhovens wurde im Juli so an Monika Reich und Luise Pfeiffer zur Weitergabe an die "St. Sebastianus"-Bruderschaft Aldenhoven für die Menschen im Ort Aldenhoven zur weiteren Pflege, Obhut und Präsentation übergeben.

Die beiden Damen überreichen das Horn genau am 5. Dezember an den Vorsitzenden der Bruderschaft.

-tkG.

(Kurier-Verlag)