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Ein Bierdeckel, der nun alles veränderte
Piff, paff, puff und dann war es soweit

Ein Bierdeckel, der nun alles veränderte: Piff, paff, puff und dann war es soweit
Bärbel und „Hermi“ Bongen mit „Mogli“ und „Jacky“ bei sich im Garten. FOTO: Fotos: Alina Gries
Hochneukirch. "Vor drei Jahren haben wir uns dazu entschieden, Königspaar zu werden", lächelt Hermann "Hermi" Bongen. "Eigentlich war er es, der das entschieden hat", lacht Ehefrau Bärbel und klopft ihm liebevoll auf die Schulter. Jetzt werden die beiden am Freitag beim Schützenfest des Heimatvereins gekrönt. Bärbel Bongen lüftet vorab sogar schon ein kleines Geheimnis: "Ich verrate nicht, wie meine Kleider aussehen werden, nur eines: die Farben der Infanterie sind blau, rot und weiß." Von Alina Gries

"Meine Eltern waren auch schon im Heimatverein, das wurde mir in die Wiege gelegt", strahlt "Hermi" Bongen, "mit drei Jahren bin ich sogar schon mit dem Fahrrad mitgefahren." Seit 1981 ist er schon Mitglied mit einem Traum, nachdem er in diesem Jahr zugleich zum vierten Mal Zugkönig ist, auch einmal König zu werden. Ein Thema, das für die beiden zu den Jubiläumszeiten des Infanteriezuges Hochneukirch immer wieder präsent war. "Es standen so viele Könige auf der Bewerberliste, dass ich dachte, dann soll es nicht sein", erinnert sich "Hermi" Bongen. Doch wie der Zufall es wollte, sprang einer ab und selbst seine Gattin erteilte ihr "bin dabei" über einen Bierdeckel mit. "Piff, paff, puff: 112 Schüsse, da lag der Vogel", freut sich der baldige König. Unter dem Motto "Spaß kriegen" feierten die Bongen auch schon im Vorfeld ihre Burg-Residenz am Schützenhaus.

Dabei ist er sogar ein wenig aufgeregter als sie. "Es bleibt keine Zeit aufgeregt zu sein", schmunzelt sie.

Doch der Heimatverein ist nicht die einzige Leidenschaft des 59-Jährigen: "Seit der Neugründung des Karnevalverein ,Nöckerecher Jecke' bin ich dort auch vertreten. Und ohne die Frauen, wäre das nicht machbar", ist er überzeugt. Dabei ist Bärbel Bongen ebenfalls ein Vereinsmensch. "Mit drei Jahren habe ich hier schwimmen gelernt", erzählt die ehemalige Odenkirchenerin, "ein Stadtkind bin ich nicht gewesen."

Denn eine Hochneukirchenerin ist sie erst durch ihren Gatten geworden: "Wir haben uns in einer Dorf-Disco kennengelernt." Die beiden haben zwei Kinder und mittlerweile auch zwei Enkelkinder.

Und das nächste Hobby? Verreisen! "Alle zwei bis drei Woche fahren wir für ein Wochenende nach Domburg in den Niederlanden, um dort wieder etwas Kraft zu tanken." Aber auch "Jacky" und "Mogli", ihre beiden Hunde sind ein gemeinsames Hobby des Hochneukirchener Paares.

",Mogli' habe ich gerettet", lässt die Aussage der 57-Jährigen ihr Tierherz höher schlagen, "er wurde in einer achten Etage in Duisburg gehalten und durfte nur mal auf den Balkon."

Alina Gries

(Kurier-Verlag)