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"Gute Schule 2020"
Schulen rüsten digital um

Schulen rüsten digital um
Gero Müllers, Schulleiter der „Lindenschule“. FOTO: Foto: Alina Gries
Jüchen. "Ich glaube, dass die Schule schon sehr gut ausgestattet ist. Ich weiß aber, dass das Internet an unserer Schule nicht das beste ist", berichtet Hannah Wirtz, Schülersprecherin des Gymnasiums Jüchen. "Slow-Lan" soll bald jedoch der Vergangenheit angehören. Wegen der Komplexität des Gebäudes, unter Berücksichtigung des Brandschutzes, ist ein hoher Planungsaufwand nötig, sodass die Maßnahmen des WLAN-Ausbaus und des EDV-Netzes an der Schule erst im Sommer 2018 umgesetzt werden können – an allen übrigen ist eine Ausführung schon eher vorgesehen. Von Alina Gries

Im Rahmen des Gesetzes zur Stärkung der Schulinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen "Gute Schule 2020" werden der Gemeinde für alle Investitionen, Sanierungs- und Modernisierungsaufwendungen auf kommunalen Schulgeländen sowie den räumlich dazugehörigen Schulsportanlagen knapp 1,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Zudem würde auch die Investitionen in die digitale Infrastruktur und die Ausstattung der Schulen mit dem Förderprogramm berücksichtigt werden, die dann in den Sommer- und Osterferien umgesetzt werden können. "Die Finanzierungsmethode, Kredite aufzunehmen, die das Land zurückzahlen will, finde ich bemerkenswert. Es ist quasi wie eine Kreditfinanzierung", meint Bürgermeister Harald Zillikens, "ich würde mir eher wünschen, wenn vom Land die Schulpauschale dauerhaft erhöht werden würde." So soll in diesem Jahr mit der Stärkung der Schulinfrastruktur begonnen werden. Dazu seien etwa 128.000 Euro vorgesehen. Circa 33 Prozent der errechneten Zwischensumme würde in den EDV-Ausbau und die technischen Sicherungsmaßnahmen an der Grundschule Stessen einfließen. "Kinder sind die beste Investition in die Zukunft. Wenn wir nicht eines Tages in diesem Bereich innerhalb der europäischen Gemeinschaft die ,rote Laterne' erhalten wollen, ist unmittelbares Handeln dringend angesagt", berichtet Gero Müllers, Schulleiter der "Lindenschule", "insoweit begrüße ich die Maßnahme sehr und freue mich, dass diese so unmittelbar umgesetzt werden soll. Die Gemeinde ist mit ihren Schulen schon recht gut aufgestellt. Der hohe Investitionsrahmen zeigt, dass man sich darauf nicht ausruht sondern alle Anstrengungen unternimmt, für jedes Kind die bestmögliche Grundlage einer fundierten Schulbildung zu schaffen." Darüber hinaus würden weitere 94.000 Euro in Instandsetzungsarbeiten wie der Erneuerung der Trennwandanlagen an den Toiletten oder Schallschutzmaßnahmen investiert werden. Parallel zur Erarbeitung des EDV-Ausbaus und der WLAN-Infrastruktur wurden die Meinungen der Schulen in das Konzept der digitalen Ausstattung einbezogen. Dabei hat sich ein Schwerpunkt im Bereich der Präsentationstechniken, wie Beamer oder "Activeboards" abgezeichnet.

Der anschließende Ausbau der WLAN-Infrastruktur sowie der Breitbandanbindungen aller Grundschulen würden im nächsten Jahr berücksichtigt werden. Durch die genannten Maßnahmen würden aber Mehrbelastungen auf die Gemeinde zukommen, da sie Folgekosten für den Haushalt mit sich ziehen. "Rot-Grün hat in den vergangenen Jahren trotz Rekordsteuereinnahmen nicht ein einziges Mal die Schulpauschale angehoben und trägt damit Schuld an der aktuellen Situation", so FDP-Landtagskandidat Simon Kell, "anstatt endlich längst überfällige Mittel in den Haushalt einzustellen, ist dieses schuldenfinanzierte Programm, das im Endeffekt über die nächsten zwei Jahrzehnte die Schüler von heute belasten wird, nun der Versuch, kurz vor der Wahl über die eigenen Versäumnisse hinwegzutäuschen."

Alina Gries

(Kurier-Verlag)