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Seniorennetzwerk: Kochen und Tippen kosten künftig Jüchener Politik wird nun scharf kritisiert

Seniorennetzwerk: Kochen und Tippen kosten künftig Jüchener Politik wird nun scharf kritisiert
Karl Becker führte ehrenamtlich die Computerkurse beim Seniorennetzwerk durch. FOTO: Foto: -agr.
Jüchen. „Jetzt haben der Rat, Sie, Herr Bürgermeister, beschlossen, dass wir für die Nutzung der Schulräume Gebühren zahlen sollen. Wenn Sie und der Rat dieser Meinung sind, dann werde ich keinen Kursus mehr anbieten und höre nach sieben Jahren im Ehrenamt auf.“ Die Worte von Karl Becker sind klar formuliert. Denn für die Benutzung der Computerräume und der Küche über das „Seniorennetzwerk 55plus“ in der Gesamtschule verlangt die Gemeinde künftig Geld. Von Alina Gries

40 Euro pro Nutzung der Küche und 15 Euro pro Nutzung der Computerräume in der Gesamtschule sollen bald an die Gemeinde bezahlt werden. Und das, obwohl die Kurse ehrenamtlich angeboten werden. Die Konsequenz? „Der Kochkurs in Hochneukirch würde sich auflösen, weil die Summe auf die wenigen Mitglieder nicht aufgeteilt werden kann“, erzählt Marlies Kuhn vom „Seniorennetzwerk“. Doch für Leiter Heinz Schneider gibt es noch Hoffnung: „Wir sind ein Netzwerk für die Gemeinde und mit der Verwaltung auf einem guten Weg eine Lösung zu finden.“ So sei für nächste Woche Dienstag ein Treffen geplant, um neue Konditionen zu verhandeln. „Wir sind Ehrenamtler, keine Dozenten“, schreibt Becker in seinem offenen Brief an Bürgermeister Harald Zillikens. 15 Teilnehmer hatte der Computerkurs in etwa in einem Zeitraum von insgesamt 20 Unterrichtsstunden – aus persönlichen Gründen hatte Becker den Kurs erst einmal aufs Eis gelegt, wollte aber gemeinsam mit Hans-Bert Hilgers bald wieder anfangen. „Die Forderung gibt es schon seit einem Jahr. Ursprünglich sollten wir 480 Euro pro Jahr zahlen, jetzt hat sich der Preis schon auf 300 Euro gesenkt“, meint Becker weiter. Dass es Abstimmungsgespräche seit einem Jahr gebe, sei der Gemeinde allerdings nicht bekannt, bestätigt jedoch die eingeführten Nutzungsgebühren: „Die politischen Vertreter taten sich mit dieser Entscheidung nicht leicht. Betrachtet man jedoch den Aufwand für die Reinigung, Betriebskosten und Unterhaltung der Räume, so wird schnell klar, dass auch die 40 Euro nur einen Anerkennungsbeitrag darstellen.“ Dabei habe die Gemeinde immer im engen Kontakt mit Heinz Schneider gestanden. „Wir pflegen einen sehr offenen und gemeinschaftlichen Austausch mit Herrn Schneider. Das „Netzwerk 55plus“ ist für unsere Gemeinde sehr wichtig. Dies zeigt sich auch im Sach- und Personalkostenbeitrag in Höhe von 15.000 Euro pro Jahr, welchen die Gemeinde für das ,Netzwerk’ zur Verfügung stellt“, heißt es seitens der Gemeinde weiter, „wir würden es sehr bedauern, wenn Herr Becker sein Ehrenamt niederlegt.“

A. Gries

(Kurier-Verlag)