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Gero Müllers feiert 20 Jahre Schulleiter-Posten
Von knarrenden Dielen zum modernen Anbau

Von knarrenden Dielen zum modernen Anbau
Gero Müllers ist jetzt schon seit 20 Jahren Schulleiter der Gemeinschaftsgrundschule „Lindenschule“. FOTO: Alina Gries
Gierath. "Ich erinnere mich noch daran, dass der Schulleiter meines Vorgängers zu mir meinte, er sei 20 Jahre in diesem Amt gewesen. Wenn ich das schaffen würde, dann hätte ich alles richtig gemacht", grinst Gero Müllers, Schulleiter der "Lindenschule". Und das hat er! Am 1. September feiert der 63-Jährige 20 Jahre Schulleiterposten. Von Alina Gries

Seine erste Lehrer-Stelle hatte Gero Müllers 1989 an der Grundschule Morr in Rheydt. Vier Jahre später trat er die Konrektorenstelle an der Erich-Käster-Grundschule in Rheydt an. 1997 kam dann der Ruf aus Gierath. "Der Schulrat hat mich angerufen und gesagt, Gierath wäre so schön ländlich und die Welt sei hier noch in Ordnung", erinnert sich Müllers. Nach einer kurzen Fahrradtour durch die Ortschaft, durch die er schon öfter als Kind gefahren ist, stand die Entscheidung fest: Hier wollte er hin. "Ich weiß noch, dass mein Büro im alten Gebäude an der Gubberather Straße, wo das dritte und vierte Schuljahr noch war, in der ehemaligen Lehrerinnenwohnung direkt unter dem Dach war", lacht Müllers, "den Kopf musste ich schräg halten, um mich an den Schreibtisch zu setzen und die Holzdielen knarrten so sehr, dass ich mir wie im alten Fachwerkhaus vorkam."

Doch das sollte 2003 dann auch der Vergangenheit angehören. "Beide Gebäude waren stark sanierungsbedürftig. Das an der Gubberather Straße so stark, dass es angerissen werden musste", so der 63-Jährige. Ein Anbau am Gebäude an der Schulstraße für das dritte und vierte Schuljahr erfolgte. 2009 kam dann noch die Zusammenschließung der ehemaligen Martinussschule Bedburdyck hinzu. "Damals mit 42 Jahren war ich der jüngste im Kollegium hier", erinnert sich der Odenkirchener, "Doris Gröning war damals meine Konrektorin. Nach drei Wochen wurde sie zur Grundschule nach Jüchen abgezogen, weil dort sowohl Konrektor als auch Schulleiter erkrankt waren." Und dort ist sie geblieben. Für Müllers eine echte Herausforderung: "Ich war als Rektor noch der Klassenleitung verpflichtet, musste das Schulprogramm Aufarbeiten, die offene Ganztagsschule kam hinzu, das war auch erstmalig als alle Schulen einen Computer bekommen haben. Als blutiger Anfänger keine leichte Aufgabe."

Damit trat Müllers in die Fußstapfen von Bruno Gröhlich. "Als er mir die Schlüssel für die Schule übergeben hat, meinte er, ich solle auf den Schulteich ganz viel Acht geben. Ein Jahr später war der Teich schon wegen des Neubaugebietes weg", lacht er. Seitdem hat Müllers aus der "Lindenschule" sein Zuhause gemacht. "Mein Motto war immer, dass wir eine große Schulfamilie sind." Und das hält er bis heute – 20 Jahre später. Seitdem sind viele Generationen durch die Türen der "Lindenschule" gegangen, derzeit sind 264 Kinder an beiden Standorten angemeldet. "Die Grundschule bietet einen Schonraum. Hier können sich die Kinder noch entwickeln und, wenn sie die Schule verlassen, dann mit einer guten Grundlage", meint er. In den Ruhestand will der 63-Jährige dann aber erst 2020 gehen. "Als ich 2011 an Krebs erkrankte, dachte ich, das ich den nächst möglichen Zeitraum wählen werde, aber ich fühle mich fit genug", freut er sich. Wer dann die Schulleitung übernehmen werde, stehe aber auch schon fest: Henja Heinke.

(Kurier-Verlag)