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Florianer müssen auch auf dem Wasser helfen können

Florianer müssen auch auf dem Wasser helfen können
Im Jüchener Hallenbad übten die Florianer aus der Schloss-Stadt die Wasserrettung hilfloser Personen. Gerade im Winter besonders wichtig ... FOTO: Foto: SeDra
Jüchen. Nicht nur im Sommer besteht die Gefahr von Badeunfällen. Gerade im Winter kommt es zu Unfällen durch Einbruch auf Eisflächen oder sonstigen Gewässern. Die Feuerwehr warnt: „Keine Eisflächen betreten!“ Von Gerhard Müller

Die Erft, große und kleine Seen sowie Schwimmbecken finden sich im gesamten Stadtgebiet wieder und gehören damit zum Einsatzgebiet der Feuerwehr Grevenbroich.

Zwar ist in fast allen öffentlichen Gewässern das Baden verboten, dennoch verirren sich immer wieder Menschen in die örtlichen Gewässer.

Gerade im Winter besteht Gefahr von Einbruch in gefrorenen Seen. Um dabei stets für den Ernstfall gewappnet zu sein, trainierte die Feuerwehr Grevenbroich kürzlich das Vorgehen bei Ertrinkungsnotfällen.

Behutsam aber doch bestimmt zieht Feuerwehrmann Jens Eike-Schiffer einen Ertrinkenden an Land. Direkt im Anschluss beginnen seine Kameraden von der hauptamtlichen Wache mit der Erstversorgung des Verunfallten.

Was sich dramatisch anhört, ist zum Glück nur eine Übung. Dennoch ist das Szenario sehr realistisch: Immer wieder kommt es Deutschlandweit zu schweren Notfällen im Wasser. Zusammen mit Uwe Buchholz von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und Marc Zellerhoff, ärztlicher Leiter Rettungsdienst im Rhein-Kreis und Fachberater Medizin der Feuerwehr, wurden die Feuerwehrleute genau auf die Notfälle vorbereitet.

Im Schwimmbad in Jüchen wurden unter Anleitung der beiden Trainer verschiedene Rettungstechniken und Hilfsmittel angewendet und trainiert.

„Wir freuen uns alle immer über die praxisnahe Ausbildung. Gerade diese nicht alltäglichen Einsätze benötigen viel Übung“, betont Jens Eike-Schiffer. Jedes Jahr leisten die Feuerwehrleute, die alle mindestens die Qualifikation zum Rettungssanitäter besitzen, eine 30-stündige Fortbildung. „Inhalte werden dabei aufgefrischt und neues Wissen erlernt“, erklärt Maximilian Chiandetti vom Team der Einsatzvorbereitung der Feuerwehr Grevenbroich.

„Der Rettungsdienst wird in Grevenbroich vom Deutschen Roten Kreuz übernommen, dennoch können wir jederzeit als Ersthelfer angefordert werden oder müssen den Rettungsdienst unterstützen. Dies gilt besonders an schwierig zu erreichenden Einsatzstellen“, sagt er.

Auch im nächsten Jahr finden wieder fünf Fortbildungsblöcke statt. Welche Themen dann auf dem Programm stehen, steht noch nicht fest.

Bis dahin hoffen die Kräfte der Feuerwehr Grevenbroich, dass es für sie beim Training der Ertrinkungsnotfälle bleibt. „Gerade im Winter kommt es oft zu Einbrüchen ins Gewässer, weil die Tragfähigkeit von Eisflächen oft nicht gegeben ist“, sagen die Florianer.

-ekG.

(Kurier-Verlag)