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Drei Tage nach der Geburt wurde die Nummer auf den Schenkel tätowiert

Drei Tage nach der Geburt wurde die Nummer auf den Schenkel tätowiert
Simon Kleiner moderierte und diente zugleich auch als Dolmetscher. Die Zeitzeugen hatten die ungeteilte Aufmerksamkeit der Schüler. FOTO: Foto: DURS
Bereits zum dritten Mal besuchte eine Delegation des Maximilian-Kolbe-Werks die Diedrich-Uhlhorn-Realschule: Überlebende der Verfolgung der Nationalsozialisten in Von Gerhard Müller

Polen während des Zweiten Weltkrieges berichten an der

Diedrich-Uhlhorn-Realschule von ihrem Schicksal.

Wevelinghoven.

Das Werk engagiert sich in vielfältiger Art und Weise für die Überlebenden der Konzentrationslager und Ghettos in Osteuropa und realisiert jährlich mehrfach Zeitzeugengespräche für Schulen.

So waren in diesem Jahr sogar vier Zeitzeugen in die Aula der Schule gekommen, um aus schwärzester Zeit zu berichten und Zeugnis vor den Jugendlichen abzulegen. Aufmerksam und respektvoll folgten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 sowie einer Klasse 6, die gerade eine thematisch verwandte Lektüre im Deutschunterricht gelesen hatte, den Vorträgen und konnten anschließend auch Fragen stellen.

Für die Übersetzungen zeichnete ein ehemaliger Schüler, Simon Kleiner, verantwortlich, der bereits mehrfach in dieser

Funktion im Einsatz war und souverän durch die Veranstaltung führte.

So berichtete Ryszard Machulik (73), dass er in Auschwitz geboren wurde und dass die Häftlingsnummer drei Tage nach seiner Geburt auf den kleinen Oberschenkel tätowiert wurde.

Barbara C., geboren 1940, berührte das Plenum besonders, als sie beschrieb, wie sie als Dreijährige gemeinsam mit dem älteren Bruder auf dem Appellplatz des Lagers Potulice stundenlang stramm stehen musste.

„Wir hoffen sehr, dass wir die Veranstaltungsreihe noch viele

Jahre aufrecht erhalten können“, ist Sebastian Potschka,

Geschichtslehrer an der Diedrich-Uhlhorn-Realschule, zuversichtlich und hoffnungsfroh..

Am Ende gab Barbara Krucz- kowska den Schülern mit auf den Weg, sich häufiger darüber zu freuen, dass sie in Frieden und Freiheit leben können.

-ekG.

(Kurier-Verlag)