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In der letzten Runde holte Peucker noch Sieg im „Bergischen Schmied“

In der letzten Runde holte Peucker noch Sieg im „Bergischen Schmied“
Lars Peucker schaffte das schier Unmögliche: Er egalsierte den Vorsprung seines Kontrahenden nicht nur, er holte sich auch den Sieg.
Grevenbroich. Ende Juli startete die zweite Saisonhälfte der RundstreckenChallenge am Nürburgring mit Lauf fünf von acht. Grevenbroichs Nachwuchfahrer Lars Peucker (21) nahm motiviert von einem zweiten Platz und drei Klassensiegen in der ersten Saisonhälfte den RCN-Lauf „Bergischer Schmied“ unter die Räder. Von Gerhard Müller

Gestartet wurde das mit 160 Teilnehmern volle Rennen bei strahlendem Sonnenschein.

Mit mehreren Unfällen und damit verbundenen Gelbphasen, sowie „Code 60“-Zonen, die nur in langsamer Fahrt passiert werden dürfen, reichte es vom Start weg vorerst nur für Rang zwei in der ebenfalls vollen Klasse F2.

Offensichtlich konnte der Erstplatzierte eine oder zwei der Störungen noch vorher passieren und für Lars Peucker summierte sich der Rückstand früh auf fast 50 Sekunden. Eine schwierige Aufgabe.

In Runde vier von 15 setzte ein heftiger Regenschauer die Nürburgring-Nordschleife unter Wasser und in der Box kam es zu hektischen Reifenwechseln und sogar zu einem Stau, weil viele Teams sofort zusätzlich zum Regelboxenstopp noch vorher auf Regenreifen wechseln wollten.

Peucker zeigte Nerven und entschied sich mit den profillosen Slicks draußen zu bleiben. Riskant, aber durchdacht, denn der heftige aber kurze Schauer, Eifelwetter eben, zog vorbei und bereits nach zwei Runden begann die Strecke gut abzutrocknen. Die richtige Entscheidung reduzierte den vorher großen Rückstand.

Nach den Wetterkapriolen folgte der planmäßige Boxenstopp, der problemlos in der vorgegebenen Zeit funktionierte. In den weiteren drei Sprintrunden konnte der Rückstand noch geringfügig reduziert werden, es blieb aber bei Platz zwei.

Im Team an der Box war man bereits zufrieden mit einem guten zweiten Platz. Nicht so im Auto beim Fahrer! In die letzten der knapp 24 Kilometer langen Runden ging es mit 25 Sekunden Rückstand.

Und woran niemand geglaubt hätte, dass machte Lars Peucker möglich: Nach einer perfekten Runde, mit einer Zeit von 8:46, nur eine Sekunde langsamer als der persönliche Rundenrekord, kam er mit einer Sekunde Vorsprung aus der letzten Runde zurück und sicherte sich so seinen Klassensieg Nummer vier in glatter Folge.

In der RCN-Meisterschaft wurde die erste Saisonhälfte mit der Führung in der Juniorwertung und Platz sechs in der Gesamtwertung beendet.

Jetzt konnte zur großen Überraschung des gesamten Teams erstmalig die Führung in der Meisterschaft übernommen werden, womit beim Einsatz des 25 Jahre alten 3er BMW, der schon mehrere 24-Stunden-Rennen überstanden hat, niemand gerechnet hätte.

Jetzt gilt es in der privaten Werkstatt das Auto noch gewissenhafter vorzubereiten und in den letzten drei Saisonläufen unbeschadet ins Ziel zu bringen.

Bei „Peucker-Motorsport“ gibt man sich bescheiden. In den letzten Läufen kann noch viel passieren und schon jetzt ist es das erfolgreichste Jahr, seit man am Nürburgring startet.

Aber jeder der die „Daumen drückt“ ist herzlich willkommen. Der nächste Lauf ist bereits am kommenden Samstag.

(Kurier-Verlag)