| 09.19 Uhr

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Lasst die Wissenschaftler sprechen ..!

Kapellen.  Dass die Verkehrssituation in Kapellen nicht so bleiben kann (insbesondere weil sich der Maut belegte Lkw-Verkehr immer seine Spar-Schleichwege suchen wird), ist bei den wohl meisten unumstritten. Es geht um die Verminderung von Gefährdungen durch Verkehr, Lärm und Luftverschmutzung.


Diese Erkenntnis ist nicht neu. Die gab es auch schon vor zehn und auch vor 20 Jahren. Mit dem Unterschied eben, dass der Verkehr, speziell der Lkw- und Lieferverkehr, in den vergangen Jahren regelrecht explodiert ist. Die Maut tut ihr Übriges.


Welche Umgehung möglich und sinnvoll ist, da gehen noch immer die Meinungen auseinander. CDU und SPD sind sich einig. Wobei SPD-Vertreter anlässlich eines Ortstermins deutlich machten, dass das ad-acta-Legen des Plan-Verfahrens seinerzeit zu Lasten der "Grünen" gehe und dass es dem rot-grünen Koalitionsfrieden geschuldet sei.

Die "Grünen", die UWG, die wieder aktive "Rettet die Erft-Aue"-Bürger-Initiative (siehe Seite 13) und weitere Bürger wehren sich mit ungebrochener Vehemenz gegen die aktuell in Rede stehende Variante. Sie zerstöre nicht nur die Erft-Aue, sondern sei auch durch die Höhen-Zuschneidung für Lkw-Fahrer mehr als problematisch. 

Die Fronten stehen. Dabei geht es aktuell doch nur darum, die Umweltverträglichkeitsprüfung auf den Weg zu geben. So soll – wissenschaftlich fundiert und über ein komplettes Jahr hinweg evaluiert – ermittelt werden, wie sich eine Erft-Auen-Querung auf das, was kreucht und fleucht, auswirken würde.

Wenn die Gegner Recht haben, stände am Ende ein unumstößliches "Geht nicht" an diesem Konzept. Die Prüfung nicht zu machen, würde nur dazu führen, dass in zehn und in 20 Jahren die nächsten Streitrunden losbrechen. Lasst die Wissenschaftler sprechen!

Gerhard Müller