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Burbach weist auf ähnliche Bildnisse / Geschichtseinordnung
Luther, Kevelaer und die "Marianische Bruderschaft"

Burbach weist auf ähnliche Bildnisse / Geschichtseinordnung: Luther, Kevelaer und die "Marianische Bruderschaft"
Das Königssilber aus Wevelinghoven: Das Marienbildnis weist große Ähnlichkeiten zum viel verehrten Marien-Bild aus Kevelaer auf. FOTO: Foto: Burbach/Archiv
Wevelinghoven. Muss die Geschichte der "Marianischen Bruderschaft" zu Wevelinghoven neu geschrieben werden? Erblühte sie im Zuge der Gegen-Reformation gegen Martin Luther? Und welche Verbindungen gibt es nach Kevelaer? Fragen, über die Vize-Präsident Hans-Jürgen Burbach quasi gestolpert ist. Von Gerhard Müller

Burbach verbrachte kürzlich unter Anderem in Begleitung von Pater Aelred aus dem Langwadener Kloster einen Besinnungstag in Kevelaer. Dort werden derzeit "375 Jahre Wallfahrt" gefeiert; die zugrunde liegende Marien-Erscheinung datiert nämlich ins Jahr 1642.

"Während eines Glaubensimpulses fiel mir die Ähnlichkeit der Madonna-Darstellung unserer ,Marianischen Bruderschaft' auf dem Königssilber von 1664 sowie der geringe Zeitabstand zur Marienerscheinung 1642 auf", berichtet Hans-Jürgen Burbach ein wenig aufgeregt.

Das Schützensilber wurde damals von Johann Lepper, Pastor zu Wevelinghoven, gestiftet. Die Bruderschaft selbst wurde 1509 erstmals urkundlich erwähnt.

"Wie die Mutter Gottes das Jesu-Kind hält und wie sie das Zepter zum Volk hin neigt, um zu zeigen: ,Ich gebe Euch die Macht', das sind doch deutliche Parallelen", erläutert Burbach seine neusten Erkenntnisse. Das spreche für die gleiche Handschrift. Und passe eben in die Zeit.

"Marienwallfahrtsorte sind zur Zeit des 40-jährigen Krieges – es war noch die Zeit der Gegenreformation – Orte der Hoffnung der Menschen und werden als ,Festung zur Erhaltung des katholischen Glaubensbekenntnis gegen den Ansturm der Reformation' angesehen", zitiert Burbach den heutigen Reeser Wallfahrts-Organisator Klaus Kuhlen aus dem "Reeser Geschichtsfreund" des Reeser Geschichtsvereins.

Da liegt die Vermutung nahe, dass auch die "Marianische Bruderschaft" aus Wevelinghoven in dieser Phase regelrecht erblühte. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die "Herren von Wevelinghoven", das namensgebende Adelsgeschlecht, stets gut in der jeweiligen Kirchen-Szene vernetzt war und viele hochrangige geistliche Würdenträger hervorgebracht hat. So war Sophie von Wevelinghoven Gründungs-Äbtissin des Quirinus-Münsters in Neuss. Und Bischof Florian von Wevelinghoven ein streitbarer Prediger in Münster und Utrecht, dessen Kommentar zur Legende der "Heiligen Drei Könige" noch heute gelesen und diskutiert wird.

Warum sollten die adeligen Beziehungen nicht auch zur Zeiten der Gegen-Reformation geglüht und die Marien-Verehrung auch in der Gartenstadt intensiv belebt haben?

Hans-Jürgen Burbach jedenfalls will diesen und anderen Hinweisen auf jeden Fall auch weiter nachgehen ...

Gerhard Müller

(Kurier-Verlag)