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Biotopvernetzung: Grasnarbe bereitet BUND-Einsaat Problem

Biotopvernetzung: Grasnarbe bereitet BUND-Einsaat Problem
BUND Mitglieder bei der Aussaat, eines der Hauptarbeitsziele des BUND Jüchen. FOTO: Foto: BUND
Jüchen. Zwischen Neuenhoven und Schlich hat der BUND Jüchen einen weiteren Blüh-Streifen für die Biotopvernetzung angelegt. Eines der Hauptarbeitsziele des BUND Jüchen ist es, die Artenvielfalt in der Gemeinde zu erhalten und zu erhöhen. In der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde ist es für die Pflanzen- und Tierarten kaum möglich, die großen landwirtschaftlich genutzten Flächen zu überwinden. Von Alina Gries

Damit die Tiere und Pflanzen für die Arterhaltung in den nötigen Austausch treten können, setzt sich der BUND Jüchen für die Einrichtung von Biotopvernetzungen ein.

So sind kleinere Naturflächen, wie zum Beispiel die vom BUND angelegte Wildwiese am Schulzentrum, wichtige Trittsteine für die Pflanzen- und Tierarten. Tiere brauchen aber auch für die Wanderung zwischen den Biotopen geschützte Wege, die naturnah gestaltet sein müssen. Solche naturnahe, blühende Wegraine, wie neben dem Wirtschaftsweg vom Schulzentrum Richtung Herberath, hatten die BUNDSpechte bereits in den letzten Jahren eingesät.

Ein großes Problem bei der Neu-Einsaat von standorttreuen Wildblumenarten ist die meist vorhandene dichte Grasnarbe, die für Wildblumen keinen Platz zum Anwachsen lässt. Eine günstige Gelegenheit, um ohne großen Maschineneinsatz Biotopvernetzungen zu schaffen, ist durch die Erdarbeiten bei der Glasfaserverlegung entstanden. Auf den verfüllten Kabelgräben ist neben den Straßen und Wegen meist offener Boden zurückgeblieben. Hier finden die Wildblumensamen günstige Anwachsbedingungen vor, die der BUND für eine erfolgreiche

Einsaat mit standorttreuen Wildblumen nutzt. Zwischen Neuenhoven und Schlich hat Biobauer Thomas Sablonski die Aktion unterstützt und die Grasnarbe des Wegrains abgetragen. Damit die Einsaat der Wildblumen noch vor dem angekündigtem Regen gelingen konnte, trafen sich die BUND Mitglieder kurzfristig zum Aussaat-Einsatz. Zunächst musste der Wegrain etwas aufgeharkt werden, dann erfolgte die Einsaat des kostbaren Wildblumensaatgutes. Anschließend wurde mit einer Walze für den guten Bodenkontakt des Saatgutes gesorgt. Beim einsetzenden Nieselregen konnte dann die Arbeit abgeschlossen werden. Dem verregneten Wochenende konnte sogar noch eine gute Seite abgewonnen werden, denn dieser Regen hat den Wildblumen noch einmal eine zusätzliche Starthilfe gegeben.

Der BUND hofft nun, dass der eingesäte Wegrain nicht von Autos überfahren wird, und bald ein blühender Wegrain Passanten und wandernde Tiere erfreut.

(Kurier-Verlag)