| 15.32 Uhr

Der Waldkauz hat es nicht leicht

Der Waldkauz hat es nicht leicht
Der Waldkauz hat es in unserer Region nicht ganz so einfach, wie die NABU-Verantwortlichen nebenstehend deutlich machen. FOTO: Foto; Marcus Bosch
Jüchen. Deutschlandweit zählt der Waldkauz, welcher jetzt vom NABU zum „Vogel des Jahres 2017“ gewählt wurde, zur häufigsten Eulenart, von insgesamt zehn Eulenarten in Deutschland. Von Gerhard Müller

Allerdings ist dies im Rhein-Kreis und in der Gemeinde Jüchen sicher nicht so, denn hier fehlt es dem Waldkauz, wie schon der Name sagt, eindeutig an Wald!

Dabei ist der Lebensraum eines Waldkauzes nicht besonders groß und er kommt auch zeitweise auf Lichtungen und an Rändern von Wäldern und großen Gärten vor!

Aber sein Hauptlebensraum ist und bleibt ein sehr ökologisch wertvoller Wald mit vielen alten Bäumen und vielen Höhlungen und Löchern als Versteck! Deshalb betreut der NABU-Jüchen seine insgesamt acht Nistkästen für den Waldkauz auch fast alle im Park von Schloss Dyck oder in der näheren Umgebung.

Davon sind momentan nur zwei Kästen vom Jahresvogel belegt; dies liegt sicher auch an den vielen, natürlichen Höhlungen, die es im Park von Schloss Dyck gibt. Jedoch ist bisher hier noch kein Waldkauz gesichtet worden.

Dass er noch nicht gefährdet ist, kommt aber auch durch sein breites Nahrungsspektrum und das lässt sich sehr gut bei der Untersuchung der unverdaulichen Nahrung, dem sogenannten Gewölle, herausfinden! So frisst der Waldkauz nicht nur Waldmäuse, sondern auch Regenwürmer, Käfer, Ratten, junge Hasen, Amphibien, Fische und Vögel bis zur Taubengröße, besonders in Stadtnähe.

Und das Waldkauz-Jahr fängt schon sehr früh an, denn schon im Spätwinter wird um die Gunst eines Weibchens geworben. Bei der Balzfütterung werden nämlich die Jagdkünste präsentiert. Und stimmt sie dabei zu, folgt daraus meist eine lebenslange Beziehung. Dann geht es Schlag auf Schlag. Schon im Februar oder März findet die Eiablage statt, in der Regel sind es hierbei zwei bis vier Eier. Das Weibchen brütet alleine und bekommt das Männchen nur zu Brutpausen und zur Nahrungsübergabe zu Gesicht. Nach etwa vier Wochen schlüpfen die Küken und nach noch einmal so langer Zeit verlassen sie noch nicht flugfähig das Nest, werden aber weiterhin von den Altvögeln gefüttert.

Und sie bleiben hierbei stets in der Nähe, sind dann nach zwei oder drei Wochen flugfähig und mit drei Monaten selbstständig. Zu Beginn der Herbstbalz werden sie dann aus dem elterlichen Revier vertrieben, wobei nur in etwa die Hälfte davon das erste Jahr überlebt! Die lautlosen Jäger der Nacht haben ihren geräuschlosen Flug übrigens einer bestimmten Stellung ihrer Federn zu verdanken und nutzen, wie der Mensch, regelmäßig schon vertraute und bekannte Pfade.

(Kurier-Verlag)