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Erasmus-Schüler üben mit viel Prominenz Herz-Massage
„Du kannst Leben retten“: Mit Mut zum richtigen Druck

Erasmus-Schüler üben mit viel Prominenz Herz-Massage: „Du kannst Leben retten“: Mit Mut zum richtigen Druck
Eckart von Hirschhausen fand auf Anhieb den richtigen Ton, um mit den Schülern des Erasmus-Gymnasium zu plaudern, aber auch um die lebensrettenden Infos rüberzubringen. FOTO: Fotos: -gpm.
Grevenbroich. Ein Fernsehstar. Ein Bundesminister. Ein ehemaliger Nationalkicker. Und noch jede Menge anderer "hoher Tiere". Dazwischen Schul-Sanitäter Kornelius. – Ein in der Tat großes Aufgebot, um deutlich zu machen, wie wenig es braucht, um bei einem Herzinfarkt lebensrettend einzugreifen. Und wie wenig dieses Wissen in den deutschen Landen schon in den Köpfen der Menschen angekommen ist. Von Gerhard Müller

"Was ihr wisst, wissen viele Erwachsene nicht", rief denn auch Eckart von Hirschhausen den Siebtklässlern des Erasmus-Gymnasiums zu. Der bekannte TV- und Kabarett-Arzt moderierte den Vormittag rund um das richtige Verhalten bei Infarkt-Patienten. Und er machte deutlich: Wenn in Deutschland Menschen "umkippen" würden, wüssten nur 35 Prozent der Menschen, was zu tun sei. In den Niederlanden oder auch in skandinavischen Ländern sei das Wissen in etwa doppelt so groß.

Dort würde das richtige Verhalten im Notfall bereits in den Schulen gelehrt. Und wie wichtig diese Kenntnisse sein können, schilderte Erasmus-Schul-Sanitäter Kornelius, der im vergangenen Sommer in der Neusser Innenstadt sah, wie ein Mann umkippte. "Sofort sind meine Freunde und ich zu ihm gelaufen und haben mit der Reanimation begonnen", erzählte er im Gespräch mit von Hirschhausen.

Als der parallel gerufene Krankenwagen kam, übernahm der Notarzt umgehend. "Wir haben hinterher gehört, dass der Mann überlebt hat", so Kornelius unter dem Beifall der Mitschüler.

Quasi aus der anderen Richtung blickt Ex-National-Kicker Gerald Asamoah auf das Thema: Er selbst hat einen angeborenen Herzfehler. Mit ein Grund dafür, dass er eine Stiftung für herzkranke Kinder ins Leben rief. Und dass ihm diese Thematik in besonderem Maße am Herzen liegt.

Möglich geworden ist dieser ganz besondere Vormittag am Erasmus-Gymnasium übrigens durch das Zusammenspiel von Bundes-Gesundheits-Minister Hermann Gröhe und Heike Troles, Vorsitzende des Grevenbroicher Jugendhilfe-Ausschusses.

Letztere hatte von einem ähnlichen Projekt an einer Bad Honnefer Schule gehört. "Ich habe mir gedacht, dass es gut wäre, wenn dieses Projekt auch an einer Grevenbroicher Schule stattfinden könnte", erzählt sie dem Erft-Kurier – auch aus persönlicher Betroffenheit heraus. Immerhin ist ihr Vater mit 39 Jahren gestorben, weil es bei seinem Herzinfarkt keine Leute in der Nähe gab, die die entsprechenden lebensrettenden Kenntnisse hatten.

Bei ihrem Parteifreund Hermann Gröhe fand sie ein offenes Ohr: "Wiederbelebung ist kinderleicht, egal in welchem Alter. Wichtig ist, überhaupt zu handeln. Es freut mich sehr zu sehen, mit welcher Begeisterung die Schüler hier in Grevenbroich mitmachen und zeigen: Jeder von uns kann zum Lebensretter werden", zeigte sich der Bundespolitiker mehr als begeistert.

Gerhard Müller

(Kurier-Verlag)