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Als der Augenzeuge das Wort ergriff, wurde es ganz still ...

Als der Augenzeuge das Wort ergriff, wurde es ganz still ...
Gunter Demnig verlegt im ganzen Land seine „Stolpersteine“. In Grevenbroich war er zum sechsten Mal.
Hülchrath. Zum sechsten Mal kam Gunter Demnig nach Grevenbroich und verlegte 15 Stolpersteine in Kapellen, Hülchrath, Gustorf und Gindorf. Mit dabei: Schülerinnen der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, die sich mit dem Projekt „KKG – Gegen das Vergessen“ intensiv mit den Stolpersteinen und den dort verzeichneten ehemaligen jüdischen Nachbarn auseinandergesetzt haben. Auch mit dabei Kooperationspartner wie der Geschichtsverein, der BSV Kapellen, der Heimatverein „Kapellener Jonge“, die Dorfgemeinschaft Hülchrath, das Ortsnetzwerk „Gemeinsam für Gustorf und Gindorf“ und nicht zu vergessen die Einzelpaten. Bürgermeister Klaus Krützen war ebenfalls dabei und unterstützt die Stolperstein-Aktion. Besonders still wurde es, als Franz Nobis aus Gindorf als Augenzeuge berichtete, wie er bei der Familie Beretz, für die ebenfalls Stolpersteine verlegt wurden, ein- und ausging. Und wie er als Kind die jüdischen Nachbarn und die NS-Zeit erlebt hatte. Mittlerweile gibt es 52 Stolpersteine; neue Paten konnten unter den zahlreichen anwesenden Interessierten bereits gewonnen werden. Von Gerhard Müller

Initiator Ulrich Herlitz: „Stolpersteine in Grevenbroich – wie ich finde: Auch ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Geschichtsrevisionismus!“

(Kurier-Verlag)