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Am Samstag: Spiel arm gegen reich

Am Samstag: Spiel arm gegen reich
Devon Roberts, US-Import der Schloss-Städter, ergänzt im Namen der Mannschaft: „We are ready to rumble.“
Gustorf. „Energie statt Kohle“ – So lautet der Slogan auf dem Plakat der „Elephants“ für das Spitzenspiel der Basketball-Regional-Liga am kommenden Samstag um 19.30 Uhr in der Großsporthalle Gustorf gegen den Meisterschaftsfavoriten FC Schalke 04. Von Gerhard Müller

Auf den ersten Blick eigentlich nichts Besonderes, denn die Stadt Grevenbroich steht ja nun mal für Energie und jedes Kind weiß, dass im Ruhrgebiet Kohle gefördert wird. Doch die Macher bei den „Elephants“ hatten bei dieser Formulierung einen Hintergedanken: Denn ähnlich wie Vorreiter Bayern München hat nun auch der FC Schalke 04 plötzlich seine Liebe zum Basketball entdeckt.

Mit viel Geld aus der Fußball-Abteilung hat man für diese Saison eine Truppe zusammengestellt, die den Aufstieg in die zweite Bundesliga realisieren soll.

Dabei hat man ganz groß eingekauft und alles verpflichtet, was gut und teuer war: Der pfeilschnelle Amerikaner Trevin Parks ist mit 28 Punkten pro Spiel der Topscorer der Liga und dank irischer Vorfahren darf sein Landsmann Patrick Carney seit wenigen Monaten auch in der Regionalliga spielen.

Den gefährlichen Dreierschützen aus der Pro A loszueisen, dürfte kein preiswertes Vergnügen gewesen sein, denn Carney war seit fünf Jahren eine feste Größe in der deutschen Profiliga. Ebenfalls kein Schnäppchen war mit Sicherheit Javier Nasarre Mora, den die Königs-Blauen aus der zweiten Liga Spaniens an die Ruhr lockten. Und auch die beiden Pro B erfahrenen Akteure Kevin Kern sowie Michael Agyapong erlagen genauso dem Lockruf des Geldes.

Einen weiteren, ausländischen Hochkaräter hat man inzwischen nach Hause geschickt, denn der Belgier Gael Hulsen hatte seiner Abneigung gegen Coach Raphael Wilder mit einem öffentlichen Stinkefinger nur allzu deutlich Luft gemacht.

Nach Aussage des Grevenbroicher Geschäftsführers Hubert Fußangel dürfte der Etat der Schalker Mannschaft ungefähr doppelt so hoch wie der der „Elephants“ sein und mit diesem Hintergrundwissen wird das augenzwinkernde Wortspiel des aktuellen Slogans erst richtig deutlich. Mit anderen Worten lautet das Motto des Spiels also: „Herz statt Geld“ und genau so wollen die Dickhäuter dem Topfavoriten entgegentreten. „Natürlich hat Schalke einen qualitativ hochwertigen Kader. In diesem Spiel sind wir eindeutig der Außenseiter, der sich vorgenommen hat, dem Liga-Krösus in die Suppe zu spucken. Dazu brauchen wir unbedingt die lautstarke Unterstützung der Grevenbroicher Fans,“ weiß Trainer Hartmut Oehmen um die Schwere der Aufgabe.

(Kurier-Verlag)