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Grüne stimmen gegen Gabriel

Grevenbroich. „Die Grünen müssen sich in den kommenden Jahren keine Sorge mehr um die Krötenwanderung machen. Deren Fraktions-Chef hat bei der Sitzung des Ältestenrates so viele Kröten schlucken müssen ...“, lautete der süffisant-böse Kommentar eines Teilnehmers. In der Sitzung war es nämlich um die „Resolution des Rates gegen den geplanten nationalen Klimaschutzbeitrag“ gegangen, die dann in der Ratssitzung am Donnerstag einstimmig (bei einer Enthaltung) beschlossen wurde. Mit der Stimme von Dirk Gawlinski von den „Grünen“. Von Gerhard Müller

Der hatte sich noch in der Vorwoche per Presseerklärung hinter die Gabriel-Pläne gestellt: „Wenn wir unsere Klimaziele erreichen und den CO²-Ausstoß verringern wollen, ist das Eckpunktepapier aus dem Ministerium von Sigmar Gabriel ein richtiger Schritt.“ Und: „Mit Blick auf das Hinterherhinken hinter unseren Klimaschutzzielen sind Gabriels Pläne zu begrüßen“, hieß es da.

Jetzt steht seine Unterschrift aber unter der Forderung an Bundes- und Landesregierung, die Zukunft des Rheinischen Reviers „durch den geplanten nationalen Klimaschutzbeitrag für ältere Kohlekraftwerke nicht zu gefährden und ihn daher nicht einzuführen.“ Und: „Innerhalb eines ausgewogenen Energie-Mixes ist nur mit der Braunkohle aus dem Rheinischen Revier als sicherem, verfügbarem und grundlastfähigem Energieträger eine zuverlässige Energieversorgung möglich.“

Auf Nachfrage konnte Dirk Gawlinski diese „Rolle rückwärts“ letztendlich nicht erklären. Bleibt vielleicht nur das, was er im vorigen Bürgermeisterwahlkampf gesagt hatte: „In Grevenbroich kann man gegen das RWE keine Wahl gewinnen.“ – Sein Fraktionskollege Dieter Dorok enthielt sich der Stimme. Kraftwerksdirektor Uhlig bedankte sich beim Rat fürs Flagge-Zeigen.

(Kurier-Verlag)