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Rover Hike oder Camping an der Costa Brava:
Gesetzt und gechillt mit den Pfadfindern

Gesetzt und gechillt mit den Pfadfindern
Beim Stammeslager vor zwei Jahren erleben die Kids noch einmal andere Pfadfindertruppen und sind offen für neues. FOTO: Foto: Pfadfinder
Hochneukirch. Während der Nazi-Zeit noch verboten und kurz danach wieder neu gegründet: Der Pfadfinderstamm Hochneukirch der deutschen Pfadfinderschaft "St. Georg" und seine Wölflinge, Jungpfadfinder, Pfadfinder und Rover. Von Alina Gries

"Auf unserer Fahne steht: ,Hinterlasst die Welt ein bisschen besser als ihr sie vorgefunden habt", erzählt Thomas Fritsche, Leiter des Pfadfinderstammes Hochneukirch, "das Motto versuchen wir umzusetzen, indem wir beispielsweise regionale Produkte kaufen." Ein kleines Beispiel, das der Pfadpfinderstamm umsetzt, um die Natur zu schützen. "Die Arbeit erfüllt mich", so Fritsche. Kurz nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Pfadfinder in Hochneukirch neu gegründet brachen jedoch nach geraumer Zeit wieder auseinander. 1974 wurde der Stamm dann erneut neu gegründet und beteiligte sich fortan auch an internationalen Aktivitäten. "Eine Aktion heißt ,Flinke Hände, flinke Füße' und richtet sich vor allem an Menschen mit körperlicher Einschränkung, das diese nicht ausgeschlossen, sondern integriert werden", erklärt Fritsche. Er selbst ist schon, seit er klein ist, ein echter Pfadfinder. Während zu seiner Zeit noch Frauen im Pfadfinderstamm verboten waren, ist dies heutzutage nicht mehr der Fall. "Es gibt keine Vorschriften hinsichtlich dieser Abgrenzung", sagt er. Denn seit 1971 dürfen auch Frauen offiziell Mitglied im Pfadfinderstamm werden. Dabei haben sich die Aktivitäten der Pfadfinder nicht sonderlich geändert. "Der Stamm wird in vier Altersgruppen geteilt. Den Wölflingen, jungen Pfadfindern, Pfadfindern und den Rovers", so Fritsche, "dementsprechend gibt es auch ein passendes Programm für die Altersklassen."

So stünde beispielsweise bei den Wölflingen, beginnend ab sieben Jahren, der Bewegungsdrang im Vordergrund, auf den spielerisch eingegangen werde. Bei den Pfadfindern der Altersklasse 14 bis 16 Jahren sei das ganze etwas "gesetzter" und "gechillter". "Wir planen gemeinsame Aktionen wie zuletzt ein Zeltlager an der Costa Brava", berichtet der Leiter des Pfadfinderstammes. Dadurch sei auch ein Kontakt zu einem spanischen Pfadfinderstamm in Überlegung. Die 16-Jährigen würden bereits selbstständig das Programm für sich planen. "Es ist schade, dass durch andere Verpflichtungen und Interessen ein Quereinstieg eher selten ist", sagt Fritsche. Momentan sind etwa 65 Mitglieder im Pfadfinderstamm vertreten. Wer nun Mitglied oder Leiter des Pfadfinderstammes Hochneukirch werden möchte, findet weitere Informationen unter

http://www.stamm-hochneukirch.de/ "

Ich erinnere mich an die legendären Camps, damals noch am Bahnhof in Alt-Otzenrath, an denen wir immer mit dem ganzen Stamm teilgenommen haben. Da ich zu der Zeit noch recht jung war, waren Platz, Größe, Anzahl der Leute und Programm für mich sehr imposant und ein echtes Abenteuer.", meint Fritsche, "unser Kassierer, dessen Sohn ebenfalls in meinem Trupp war, kann mir heute noch einiges aus der Sicht der Eltern erzählen: So sind wir damals kohlrabenschwarz zurückgekommen, da wir immer viel am Feuer gespielt haben. Nach der Rückkehr hieß es dann meistens sofort ,Ab in die Badewanne'. Einige meiner Kids, die ich heute im Trupp leite, sind ebenfalls so und dann denke ich oft an meine Jugendzeit bei den Pfadfindern zurück."

Alina Gries

(Kurier-Verlag)