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Gesamtschule stellt Handlungen vor: „Wunder geschehen nicht auf Knopfdruck“

Gesamtschule stellt Handlungen vor: „Wunder geschehen nicht auf Knopfdruck“
Carola Schellhorn leitet seit einem halben Jahr das Amt für Schulen, Kultur und Sport. FOTO: Foto: Alina Gries
Jüchen. Erst Realschule, dann Sekundarschule und nun Gesamtschule. Umstrukturierung wird hier schnell zu einer besonderen Herausforderung. Innerhalb der Sommerferien mussten die Umsetzungen vorbereitet werden. Nun wurden 25 Handlungsempfehlungen in Workshops erarbeitet. Von Alina Gries

„Die Anregungen belaufen sich vor allem auf organisatorische, strukturelle und kommunikative Themen“, fasst Carola Schellhorn die Ergebnisse der im Februar stattfindenden Workshops zusammen, „es gab ein großes Spektrum an Sichtweisen, die es zu erörtern galt. Die erarbeiteten Handlungsempfehlungen wurden gewichtet und sind in 25 Punkten zusammengefasst.“ Schellhorn, die seit einem halben Jahr das Amt für Schule, Kultur und Sport leitet, wurde in ihrer Nebenfunktion als Wirtschaftsmediatorin und Moderatorin von der Gesamtschule beauftragt die Workshops mit Eltern, Schülern und Lehrern durchzuführen. „Als Ganztagsschule konnte das Konzept der Sekundarschule so nicht übernommen werden“, weiß Schellhorn, „die rückläufigen Anmeldezahlen für die Sekundarschule ließen allen Beteiligten aber keine Alternative. Vorbereitung auf die neue Schulform mit dem jeweiligen Konzept war kein Leichtes.“ Eine Schule im Aufbruch und des gemeinsamen Lebens und Lernens. „Die Schule sollte erst einmal starten und nach drei bis fünf Jahren angepasst werden“, so Schellhorn, „der Schulleitung als auch den Lehrern war es jedoch wichtig, die Fragen der Eltern bereits nach dem ersten Schulhalbjahr offen zu kommunizieren“. Ohne die Personen, welche das Schulleben gestalten, gehe das nicht. Und das seien neben der Schulleitung und den Lehrern auch die Schulgremien und vor allem Schüler und Eltern. „Es ging nicht nur um die Kinder der Jahrgangsstufen fünf, sechs und sieben“, sagt Schellhorn, „dort erfolgt der Unterricht in den Lernbüros Jahrgangsübergreifend.“ Auch Fragen ab der achten Jahrgangsstufe wurden vor allem in den Workshops thematisiert und sollen für maximale Transparenz sorgen. „120 Eltern haben an den Workshops teilgenommen. Wir haben mit weniger Teilnehmern gerechnet“, meint Schellhorn, „die hohe Teilnahme rührte daher, dass auch sehr zufriedene Eltern kamen und nicht nur diejenigen, die offene Fragen oder Anliegen hatten. Aus meinen bisherigen Gesprächen mit Eltern darf ich davon ausgehen, dass diejenigen, welche sich nicht aktiv in Workshops einbrachten, mit der Gesamtschule zufrieden sind“, so Schellhorn. 25 Punkte wurden gewichtet. Die Umsetzung wird nunmehr von der Gesamtschule geprüft. Zur Sommerpause gibt es eine erste Stellungnahme der Schule, was, wann, wie bereits umgesetzt wurde beziehungsweise umgesetzt wird. „Das sind die Thematiken, zu denen sich die Mehrheit geäußert hat“, erklärt Schellhorn, „aber Wunder geschehen nicht auf Knopfdruck. Die Lösungen kommen mit der Zeit und werden in das Konzept integriert.“ Die Lernbüros und der Sportunterricht seien beispielsweise bei der Gewichtung hoch im Kurs.

„Die Meinungen bezüglich der Lernbüros waren sehr positiv“, erzählt sie. Diese seien derzeit schon in Bearbeitung. „Der Fachunterricht wird für die Sprachen bestärkt und die Lernbüros laufen weiter nur in einer optimierten Form“, berichtet Susanne Schumacher, Schulleiterin der Gesamtschule, „und wegen des ausfallenden Sportunterrichts haben wir bereits im Februar einen neuen Kollegen eingestellt und schreiben eine weitere Stelle aus.“ Bis zu den Sommerferien wird der 25-Punkte-Plan aufgearbeitet, dann soll er in einer Schulkonferenz im Rahmen der Gremienarbeit mit den zuständigen sechs Lehrern, Schülern und Eltern abgestimmt werden.

Alina Gries

(Kurier-Verlag)