1. Grevenbroich

Keine Räume: Rotes Kreuz kann nur noch improvisieren

Keine Räume: Rotes Kreuz kann nur noch improvisieren

Der Ortsverein Grevenbroich des Deutschen Roten Kreuzes hat inzwischen sein angestammtes Domizil, die alte denkmalgeschützte Schule an der Fröbelstraße in Noithausen, aufgegeben und ist damit der Kündigung durch die Stadt nachgekommen.

Am 20. Oktober wurden die Räume übergeben. Trotz großer Bemühungen ist man jetzt heimatlos.

 Ortsverbands-Vorsitzender Berthold Reinartz.
Ortsverbands-Vorsitzender Berthold Reinartz.

Sechs Angebote hat Berthold Reinartz, der Vorsitzende des DRK-Ortsverbandes Grevenbroich, nach einem Artikel im Erft-Kurier vom 26. Juli erhalten.

„Leider allesamt für uns unbezahlbar“, sagt er. Darunter zwei in Allrath und eines in einem alten Pfarrhaus, das sehr geeignet gewesen wäre. Der Pfarrgemeinderat hat sich sehr bemüht; der vom Bistum geforderte Preis wäre eigentlich auch in Ordnung gewesen, doch für das Rote Kreuz nicht bezahlbar.

Für die Räume an der Fröbelstraße hat der Ortsverein 115 Euro bezahlt. „Ich weiß, das ist sehr wenig, aber viel mehr können wir einfach nicht ausgeben“, steckt Reinartz seinen Rahmen ab und nennt als Obergrenze einen Mietzins von 300 Euro warm. Das beste akzeptable Angebot lag bisher bei 550 Euro.

„Uns fehlen 3.000 Euro“, rechnet der Ortsverbandsvorsitzende vor. Haupteinnahmequelle sind Spenden. Die sammelt der Kreisverband ein und reicht sie an die Ortsverbände weiter. Gerade erst hat der Grevenbroicher Ortsverband 6.000 Euro erhalten.

Von der Stadt kommt gar kein Zuschuss. Reinartz hat sich schon in einem Schreiben an den neuen Bürgermeister Klaus Krützen gewandt, sieht auch dass sich die Wirtschaftsförderung um Vermittlung bemüht, bisher alles erfolglos.

Jetzt sind die Rot-Kreuzler zu Notmaßnahmen übergegangen. Die Möbel und Materialien aus dem Domizil an der Fröbelstraße lagern gut eingepackt in einer Halle in Jüchen. Dort stehen auch die Fahrzeuge und Rettungsfahrzeuge sowohl des Ortsverbands als auch des Kreisverbands.

Der Rettungsdienst ist nicht gefährdet, weil die Einsatzzeiten von der Leitstelle koordiniert werden. Allerdings: 30 Helfer, Sanitäter und Rettungsassistenten müssen bei einem Einsatz immer erst mit dem eigenen Pkw nach Jüchen fahren, dort die Sachen holen, die benötigt werden und diese erst aus den Kisten kramen, in denen sie verpackt sind.

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Durch die Lagerung geht medizinisches Verbrauchsmaterial verloren, weil es feucht und kalt lagert. Das erzeugt noch einmal zusätzliche Kosten und Frust bei den Helfern.

„Wir engagieren uns ehrenamtlich für die Gesellschaft und erwarten eigentlich, dass uns die öffentliche Hand unterstützt“, heißt es aus ihren Reihen. Training und Fortbildung etwa für Herz-Massage oder Beatmungstechniken ist kaum möglich, spontane Lagebesprechungen oder Kameradschaftstreffen schon gar nicht.

Ersatzweise stellt der Kreisverband mit Sitz am „Flutgraben“ einen Raum zur Verfügung, aber immer erst nach vorheriger Absprache.

Dort findet auch die kostenfreie Betreuung von rund 100 Kindern statt. Die konnte an der Fröbelstraße drei mal die Woche angeboten werden, jetzt nur noch einmal am „Flutgraben“.

Reinartz hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich alles zum Guten wendet. Er braucht Räumlichkeiten in der Größenordnung 100 Quadratmetern, die mit dem Bus (für den Kindertransport) anfahrbar sind. Sie müssen nicht in der City liegen.

„Wir sind nicht anspruchsvoll“, heißt es zum Ausstattungsanspruch. Wer helfen kann, sollte sich an Berthold Reinartz, Telefon 02181/47 68 72 oder

info

@drk-ovgv.de

, wenden.

(Kurier-Verlag)