1. Grevenbroich

Das „Go“ aus Düsseldorf: Dritte Gesamtschule geht in Planung!

Das „Go“ aus Düsseldorf: Dritte Gesamtschule geht in Planung!

Noch ist nichts beschlossen, doch der Zug ist auf die Schiene gesetzt und ins Rollen gebracht worden: "Am Dienstag haben wir das ,Go' der Bezirksregierung bekommen, in Grevenbroich die dritte Gesamtschule gründen zu können", verkündete Bürgermeister Klaus Krützen am Donnerstag.

Und er freue sich, dass "in Grevenbroich ein Schulsystem geschaffen werden kann, dass sehr gerecht ist."

Foto: Archiv

Die dritte Gesamtschule war bei der so genannten "Schulträgerberatung" der Bezirksregierung Thema geworden. Und das mit gutem Grund: "So wie sich die Situation aktuell darstellt, ist klar: Da muss sich was ändern", postuliert Anita Piel, Leiterin der Diedrich-Uhlhorn-Realschule, die mit Gründung der dritten Gesamtschule auslaufen werden wird.

Das habe nichts mit der Leistungsfähigkeit der Realschule zu tun, machte Schul-Dezernent Michael Heesch deutlich. Ganz im Gegenteil, die alles getan habe, um sich auf die veränderte Situation einzustellen: Die Hälfte der Schüler rekrutierten sich aus bewussten Realschul-Anmeldungen; die andere Hälfte waren Jungen und Mädchen mit einem Ziel "Hauptschule", die aber an den Gesamtschulen abgelehnt wurden und die dann mit dem Realschul-Stoff "gequält" werden mussten, so Piel kritisch.

Die Diedrich-Uhlhorn-Schule war so übrigens landesweit die erste Schule, die ihren Schülern — teilweise durch Binnen-, am Ende auch durch Außen-Differenzierung — den zertifizierten Hauptschul-Abschluss ermöglichte.

Doch das nützte am Ende nicht; die Eltern entschieden sich bei entsprechenden Befragungen ganz klar für die Gesamtschule.

Und deren Dritte soll sechszügig (Oberstufe dreizügig) letztendlich in Wevelinghoven entstehen. Bis dahin, und das macht Heesch engagiert deutlich, ist aber noch viel zu tun, sind noch einige Hürden zu nehmen.

Der Stadtrat müsse die entsprechenden Beschlüsse fassen. Das Schulamt müsse einen Antrag an die Bezirksregierung schreiben. Und die müsse das letztendliche Konzept (pädagogisch und bau-/raumtechnisch) genehmigen.

Michael Heesch und sein Schulamtsleiter Thomas Staff haben aber natürlich schon einen Plan, wie alles (ungefähr) laufen könne: Am 1. August 2021 soll die neue Gesamtschule ihren Betrieb in dem dann sanierten Schulgebäude an der Bergheimer Straße aufnehmen. Parallel wird es keine neuen Eingangsklassen mehr an der Uhlhorn-Realschule geben.

Drei Jahre lang wird die neue Schule an der Bergheimer Straße bleiben. In dieser Zeit soll auf Freiflächen rund um die Wevelinghovener Schule ein Neubau für die Unterstufe sowie eine Mensa und weitere Räume (Differenzierung, Ganztag) entstehen.

Insgesamt müssen die dort vorhandenen 27 Räume "deutlich verdoppelt" werden müssen, so Heesch. "Das wird ne Riesennummer sein", fügt er mit Blick auf die Finanzen an. Konkrete Zahlen konnte er noch nicht nennen, die Erfahrung lässt aber Richtung zehn Millionen denken. Insbesondere, warf Krützen ein, weil vorher auch nicht in die Kapellener Schule investiert werden müsse.

Auf jeden Fall wird die dritte Gesamtschule in ihrem vierten Jahr nach Wevelinghoven umziehen und dort in die neuen und allmählich auch in die bestehenden Räumlichkeiten hineinwachsen.

Thomas Staff sprach den wohl entscheidenden Satz für alle aktuellen Realschüler: "Die Schüler der Realschule sollen hier (in Wevelinghoven) ihre Schullaufbahn beenden." Sie sollen also vor einem etwaigen Umzug in er Auslaufphase geschützt werden.

Gerhard Müller

(Kurier-Verlag)