Nachlese Einstimmung auf das Schützenfest: Biwak auf dem Platz der Republik

Bekanntermaßen verläuft durch Grevenbroich der Alt-/Kölsch-Äquator - und der Legende nach gibt es bei uns etwa ebenso viele Alt- wie Kölschtrinker. Dass es diesmal beim Biwak am vergangenen Freitag auf dem Platz der Republik jeweils einen Stand gab, der das helle und einen, der das dunkle Obergärige anbot, hatte einen ganz einfachen Grund: der eine wurde vom Königszug betrieben, der andere vom Zug des Kronprinzen. Und da waren die Vorlieben offensichtlich unterschiedlich verteilt...

Zum Start des Biwaks: Ein prösterchen vom Schützenkönig nach dem Faßanstich.

Foto: Kurier-Verlag/Thomas Broich

Auf dem Platz hingegen herrschte Einigkeit. Das verbindende Element war der Wille, ein schönes Schützenfest auf die Beine zu stellen – und mit dem Biwak einen gelungenen Startschuss abzufeuern. Gestartet wurde das traditionelle Biwak dann natürlich auch mit dem Fassanstich von Schützenkönig Wolfgang Brocker. Und es war Kölsch, dass zum Auftakt in die Gläser perlte...

Grillgut gab es vom Verein „Grevenbroich packt an“, flüssige Verpflegung von den Zügen „Waldeslust“ „Schloßstadt Mädels“ und „Sankt Bernardus“.

Foto: Kurier-Verlag/Thomas Broich

Anschließend entwickelte sich auf dem Platz schnell die gesellige Atmosphäre, die das Biwak seit Jahren zu einem festen Bestandteil der Schützenfestvorbereitungen macht.

Schützenbiwak Grevenbroich 2026. Fotos: Thomas Broich

Foto: Kurier-Verlag/Thomas Broich

Zum Gelingen des Abends trugen zahlreiche Helfer bei. Verantwortlich für den Ausschank waren der Jägerzug „Waldeslust“ als Zug des Schützenkönigs und die „Schloßstadt Mädels“ als Zug des Kronprinzenpaares. Unterstützung erhielten sie dabei vom Jägerzug „Sankt Bernardus“.

Das Biwak erfüllte dabei gleich mehrere Funktionen. Neben dem geselligen Beisammensein und der Verpflegung der Gäste wurden auch bei einer kleinen Pressekonferenz die aktuellen Themen und Vorhaben des diesjährigen Schützenfestes vorgestellt. Für die Presse gab es damit einen ersten Einblick in das, was die Besucher beim anstehenden Fest erwartet. Anschließend wurde der offizielle Teil schnell zur Nebensache – schließlich gehört zu einem gelungenen Biwak neben Informationen vor allem das gemeinsame Feiern.

Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt. Am Grillstand gab es herzhaftes Grillgut, dazu standen Cocktails, Weine, Liköre und Süßigkeiten auf dem Angebot. Für die musikalische Begleitung sorgte „DJ Würmchen“, der dafür verantwortlich war, dass die passende Stimmung nicht lange auf sich warten ließ.

Eine besondere Premiere war in diesem Jahr die Zusammenarbeit mit dem Verein „Grevenbroich packt an“. Der Verein engagiert sich insbesondere für Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen sind, und setzt sich dafür ein, ihnen Unterstützung und konkrete Hilfe zukommen zu lassen.

Beim Biwak wurde diese Arbeit auf besondere Weise mit dem Schützenwesen verbunden. So übernahmen Mitglieder von „Grevenbroich packt an“ den Grillstand und sorgten dafür, dass die Gäste mit Essen versorgt wurden. Gleichzeitig wollten die Schützen nicht nur die Gelegenheit nutzen, mit den Vereinsmitgliedern gemeinsam ein Fest zu gestalten, sondern auch einen konkreten Beitrag leisten: Der BSV unterstützte die Aktion mit einer Lebensmittelspende.

Damit bekam das Biwak neben dem geselligen Charakter auch eine soziale Komponente. Die Kooperation zeigt, dass ein Schützenfest nicht nur aus Umzügen, Musik, Königswürden und geselligen Runden besteht, sondern auch eine Gelegenheit sein kann, den Blick über das eigentliche Festgeschehen hinaus auf Menschen zu richten, die Unterstützung benötigen.

Organisiert wurde das Biwak maßgeblich vom Vorstand des BSV-Fördervereins. Erst wenige Tage zuvor waren Fabian Wogirz, Finn Günther und Tim Brade an die Spitze des Fördervereins gewählt worden. Viel Zeit zum Eingewöhnen blieb ihnen allerdings nicht: Gemeinsam mit den weiteren Helfern stellten sie die Veranstaltung auf die Beine und sorgten dafür, dass auf dem Platz der Republik alles rechtzeitig vorbereitet war.

Dass der Abend am Ende so reibungslos über die Bühne ging, war damit wie immer das Ergebnis vieler helfender Hände. Schützenzüge, Förderverein, Unterstützer und der Verein „Grevenbroich packt an“ arbeiteten zusammen – und genau darin lag letztlich auch die wichtigste Botschaft des Abends.

Thomas Broich