Hauptgegenstand des Termins waren die Notstromaggregate des geplanten Rechenzentrums: Während Microsoft andernorts, wie in Schweden klimafreundliche Batteriespeicher oder Brennstoffzellen verwendet, sollen in Bergheim für den ersten Bauabschnitt 36 Diesel-Aggregate mit einer Leistung von bis zu 300 Megawatt zum Einsatz kommen. Der BUND kritisiert diese fossile Absicherung, den Flächenverbrauch auf hochwertigem Ackerland und dass das Vorhaben in Einzelverfahren zerlegt wird, sodass die großen Umweltfolgen der öffentlichen Prüfung entzogen bleiben.
„Eine neue fossile Notstromversorgung zu errichten, während Microsoft anderswo längst auf Batteriespeicher setzt, ist ein klimaschutzpolitisches Armutszeugnis. Wird der Campus von Microsoft wie geplant umgesetzt, soll er am Ende aus drei Rechenzentren bestehen deren 99 Notstromaggregate pro Jahr über 106.000 Tonnen Co2 zusätzlich ausstoßen. Weiterhin sind zahlreiche Fragen zur Energieversorgung im Normalbetrieb und zur Nutzung der Abwärme ungeklärt. Angesichts der Folgen der Klimakrise ist das nicht hinnehmbar.“
Auch zum geplanten Microsoft-Rechenzentrum in Grevenbroich äußert sich die Naturschutzorganisation BUND auf Nachfrage des Erft-Kuriers: „Zum geplanten Rechenzentrum in Grevenbroich ist über den Standort hinaus noch wenig bekannt, doch das Muster droht sich zu wiederholen: Bevor die Öffentlichkeit richtig beteiligt wurde und mögliche Standortalternativen geprüft wurden, hat Microsoft einen Kaufvertrag über rund 23 Hektar bislang landwirtschaftlich genutzter Fläche geschlossen. Auch bei dieser Planung sind, wie bei den anderen Rechenzentren, noch zahlreiche Fragen offen. Umso wichtiger ist, dass die Planung diesmal von Anfang an transparent läuft und die Öffentlichkeit früh beteiligt wird, bevor Fakten geschaffen werden.“