Tatsächlich entwickelte sich die Liebe zum Lesen auch bei Daniela Berg recht langsam. Erst mit um die neun Jahre sei sie dazugekommen. „Ich habe eine Lese-Rechtschreib-Schwäche und mir ist das Lesen unglaublich schwergefallen“, erklärt sie. Ein Besuch in der Bücherei in der dritten Klasse brachte schließlich einen Wendepunkt – ihr eröffnete sich eine Welt der Bücher abseits der Schullektüre. „Ab da war ich regelmäßig in der Bücherei zu finden, habe die Hemmung, nicht richtig lesen zu können, überwunden“, so die Autorin.
Doch nicht nur solche Anlaufstellen findet Daniela Berg wichtig, um die Lesefreude bei Kindern und Jugendlichen zu wecken. Immerhin werde es immer teuerer, Bücher zu kaufen, weswegen eine Ausleihe ein toller Einstieg sei. Sie nimmt auch die Verlage in die Pflicht: „Viele Verlage stürzen sich auf Trends wie Dark Romance und generell New Adult-Geschichten, die für diese Zielgruppe einfach (noch) nichts sind.“
Für Leseanfänger sei die Auswahl recht groß, ebenso für junge Erwachsene, erklärt Daniela Berg: „Doch was ist mit den Kids, die aus ,Hanni und Nanni’ vielleicht rausgewachsen, aber für New Adult noch zu jung sind? Wir brauchen mehr für junge Menschen zwischen zehn und 16 Jahren. Genau da möchte ich ansetzen.“ Sie schreibe gerne für und über diese Altersgruppe, die sich im Umbruch zwischen Kindheit und Erwachsensein befinde. Mit ihren beiden Söhne habe sie auch zwei gute Vorbilder zu Hause, lacht die Hochneukircherin. Sie selbst erinnere sich außerdem gerne an ihre Teenagerzeit zurück, die toll gewesen und durch spannende Erlebnisse wie ein Auslandsjahr geprägt gewesen sei. „Beim Schreiben hole ich diese Zeit wieder ein bisschen zurück“, sinniert sie.
2013 startete Daniela Berg, die Geschäftsführerin und Falknerin einer hiesigen Falknerei ist, mit ihrem Debütroman. Neun Jahre später kam ihr Erstlingswerk „Dürre – Schatten der Vergangenheit“ auf den Markt. Die Science-Fiction-Story, die übrigens ganz ohne Aliens und Weltraumschlachten auskommt, spielt im Jahr 2489 und dreht sich um den 13-jährigen Computernerd Jack O’Connor. Mit seinen illegalen Programmen bringt er sich auf „Terra Nova“ regelmäßig in Schwierigkeiten.
Der zweiten Band „Dürre – Krieger des Lichts“ wurde 2023 veröffentlich, doch bevor der finale Band „Dürre – Prophezeiung der Dämmerung“ erschien, schloss Bergs damaliger Verlag seine Türen und ließ sie mit ihrer unvollendeten Reihe zurück. Schon bald konnte die Hochneukircherin aber aufatmen. Denn jemand aus dem alten Verlagsteam gründete einen eigenen Verlag und nahm sie direkt wieder ins Programm auf. Schon 2024 konnte sie gemeinsam mit dem Verlag „Infinity Gaze Studios AB“ die Trilogie komplett veröffentlichen. „Insgesamt bin ich nun glücklicher, weil die neuen Cover viel schöner sind“, verrät Berg, „eine Buchhändlerin hatte mich schon bei der Erstauflage angesprochen, dass der erste Band wegen des Covers wie Blei liegen würde. Und tatsächlich: Heute ist das Interesse deutlich größer.“
Aktuell schreibt Daniela Berg übrigens schon an ihrem nächsten Jugendbuch. Und das werde ganz anders als die „Dürre“-Trilogie, verrät sie. „Die Story spielt in England im Hier und Jetzt. Es wird ein Sports-Romance-Drama“, sortiert die Autorin ein. Es gehe in dem Buch um einen jungen Balletttänzer, dessen Leben durch einen Unfall komplett auf den Kopf gestellt werde. Einen ersten Durchgang beim Lektorat hat das Buch schon hinter sich, aktuell arbeitet Daniela Berg fleißig an der Überarbeitung. Ihr Plan: Das Buch im nächsten Frühjahr zu veröffentlichen – dieses Mal im Selfpublishing.
Der Autorin schwirren noch viele weitere Geschichten – auch aus dem „Dürre“-Universum – im Kopf herum. Aktuell fehle es nur an der Zeit fürs Schreiben. „Ich habe noch 15 Jahre bis zu Rente. Dann kann ich mich hinsetzen und ganz viel schreiben“, schmunzelt sie.