Mit der Vorstellung des Transformationsplans hat die NEW Smart Grevenbroich GmbH ihre bevorzugte Lösung für die zukünftige Wärmeversorgung in Frimmersdorf und Neurath präsentiert. Ziel ist es, das bestehende Fernwärmenetz bis 2030 vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen. Seit der ersten Bürgerinformation im Juli 2025 wurde das Projekt umfassend weiterentwickelt. Zu den wichtigsten Meilensteinen gehörten ein „Letter of Intent“, mehrere Workshops, die technische Bewertung des bestehenden Wärmenetzes sowie die Erstellung und Validierung des Transformationsplans.
Parallel dazu fanden zahlreiche Gespräche mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, RWE Power, Gewerbekunden sowie Bürgerinitiativen statt. Auch die Abstimmung mit Planungsbehörden und der Bezirksregierung spielte eine wichtige Rolle. Die Projektverantwortlichen räumten ein, dass sich der Zeitplan verzögert habe, betonten jedoch, nun ein belastbares Konzept präsentieren zu können.
Das heutige Fernwärmenetz soll zu einer vollständig erneuerbaren Wärmeversorgung werden. Eine Energiezentrale mit Wärmepumpe, Biomasseanlage, Speichern und Redundanzsystemen soll errichtet werden, darüber hinaus ist der Bau einer neuen Verbindungsleitung zwischen Frimmersdorf und Neurath geplant, wie der Anschluss des bestehenden Wärmenetzes an die neue Energiezentrale.
Mit der Umstellung verändert sich auch der Wärmepreis. Während der derzeitige Wärmemischpreis der bestehenden Fernwärme bei rund 8,5 Cent pro Kilowattstunde (zuzüglich Umsatzsteuer) liegt, rechnet die NEW für die neue „RevierWärme“ ab 2030 mit einem Preis von rund 18 Cent pro Kilowattstunde.
In diesen Preis fließen neben der eigentlichen Wärmeerzeugung auch die Kosten der Investitionen in die neue Energiezentrale, den Leitungsbau sowie Betrieb, Wartung und Instandhaltung des Wärmenetzes ein.
Nach Berechnungen der Projektverantwortlichen liegt die „RevierWärme“ damit dennoch leicht unter den erwarteten Gesamtkosten einer dezentralen Luft-Wärmepumpe, die auf etwa 19 bis 22 Cent pro Kilowattstunde geschätzt wird. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die staatliche Förderung für Wärmepumpen nach der geplanten Novellierung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) voraussichtlich reduziert oder ganz eingestellt werden soll.
Ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit des Projekts ist die Anzahl der angeschlossenen Haushalte. Sollten sich deutlich weniger Haushalte für die „RevierWärme“ entscheiden, würden sich die Fixkosten auf weniger Kunden verteilen. Dadurch könnte der Wärmemischpreis steigen. Die NEW wirbt deshalb dafür, dass möglichst alle heutigen Fernwärmekunden dem Netz treu bleiben.
Die NEW sieht in dem Konzept mehrere Vorteile: klimafreundliche und langfristig sichere Wärmeversorgung, eine geringere Abhängigkeit von internationalen Energiemärkten, keine hohen Investitionen in neue Heiztechnik für die Kunden, die Einhaltung zukünftiger gesetzlicher Vorgaben sowie einen umfassenden Service durch den Netzbetreiber.
Die Vorlauftemperatur des Netzes soll weiterhin bei etwa 80 Grad Celsius liegen, sodass in den meisten Gebäuden keine umfangreichen Anpassungen an den Heizsystemen erforderlich sein sollen. Die entsprechenden Verträge sollen ab dem 1. September verschickt werden. Die Nachfragebündelung endet am 31. Oktober. Über eine Internetseite soll künftig jederzeit der aktuelle Stand der Anschlussquote abrufbar sein.
Zusätzlich bietet die NEW jeden Donnerstag individuelle Beratungsgespräche im Rathaus Grevenbroich an.
Thomas Broich