Eine kleine Sensation in Kapellen Mitten in Kapellen wächst ein kleines Stück Karibik

Wenn Walter Galyo dieser Tage durch seinen heimischen 500 Quadratmeter großen Garten streift, dürfte er beim Anblick seiner Bananen-Staude vielleicht leise die Strophe „Come, mister tally man, tally me banana“ von Calypso-Sänger Harry Belafontes „Banana Boat Song“ summen. Denn - und das ist für diese Breitengrade eine kleine Sensation - seine Bananen-Staude trägt tatsächlich nach drei Jahren hingebungsvoller Hege und Pflege erste zarte Früchte.

Walter Galyo freut sich über seine Bananen im eigenen Garten.

Foto: privat/Walter Gaylo

„Rund 60 bis 70 Bananen, zwar noch recht klein und grün, trägt meine Bananen-Staude“, berichtet uns Walter Galyo im Gespräch. Gerechnet hat er damit nicht und vermutet, dass der für uns alle inzwischen deutlich spürbare Klimawandel dafür verantwortlich ist, dass nun auch in Kapellen Bananen wachsen, die man sonst in der Regel in tropischen und subtropischen Klimazonen rund um den Äquator antrifft.

Die Doldenblätter öffnen sich immer mehr und darunter sieht man die eigentliche Blüte. Nach dem Abfallen der beiden Blätter beginnen sich die nächsten Blätter zu öffnen und so geht es immer weiter.

Foto: privat/Walter Gaylo

Die Hauptanbauregionen mit den größten Exportmengen liegen in Mittelamerika (beispielsweise in Costa Rica), Südamerika (Ecuador, Kolumbien), Asien (Philippinen) und jetzt nun auch in Grevenbroich. In Europa werden beispielsweise auf den Kanarischen Inseln Bananen-Stauden im größeren Stile angebaut. Auf der autonomen portugiesischen Insel Madeira gibt es sogar ein eigenes Bananen-Museum - das „Centro da Banana da Madeira“ in Lugar de Baixo. Bananenanbau ist sehr wasserintensiv. Für die Produktion von einem Kilogramm Bananen werden durchschnittlich 800 Liter Wasser benötigt. Da ist die Kapellener Bananen-Staude von Walter Galyo schon genügsamer: „Ich gieße sie bei den aktuellen Temperaturen in der Regel ein Mal die Woche mit zehn Litern Wasser. Sie steht unter einem Kirschbaum und der wirft gut Schatten.“

Sein Garten ist übrigens ein kleines Paradies für süße Früchte. Hier wachsen neben den Bananen auch Kiwis, Weintrauben, Kirschen, Kakis, Nashi-Birnen und, Walter Galyos ganzer Stolz, ein Walnussbaum. Die Pflege seines Gartens übernimmt er ganz allein und genießt es, in den Abendstunden durch seine kleine Oase zu streifen. „Gerade an heißen Sommertagen ist es hier sechs bis sieben Grad kühler. Da lässt es sich dann gut aushalten“, schmunzelt er. Im Spätsommer möchte Walter Galyo dann von seinen Bananen kosten. Ob sie schmecken, wird er uns dann noch berichten. Wir sind gespannt... Nicole Palmieri